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AMD stellt erste Vierkerne-Prozessoren "Barcelona" vor

11.09.2007 | 10:08 Uhr |

Mit einer Verspätung von rund einem halben Jahr hat AMD am Montag seine ersten "Barcelona"-Prozessoren mit vier Kernen (Quad Core) vorgestellt.

«Barcelona ist der weltweit erste native Vierkerne-Prozessor», sagte AMD-Manager Dirk Meyer im spanischen Barcelona. Intel hatte seinen ersten Chip mit vier Kernen Ende vergangenen Jahres auf den Markt gebracht. Die Chips des Konkurrenten bestehen allerdings aus zwei Doppelkernen, AMD bringt dagegen vier einzelne Kerne auf einem Prozessor unter. Auf diese Weise soll vor allem bei speicherintensiven Anwendungen der Datenaustausch deutlich schneller funktionieren.

«Das ist einer der großen Meilensteine in der Entwicklung von Microprozessoren», sagte AMD-Chef Hector Ruiz auf einer am selben Tag angesetzten Veranstaltung in San Francisco. AMD habe erneut die Erwartungen für Standard-Computer in der Industrie erhöht. Die neuen Chips der «Opteron»-Reihe für Server seien dank spezieller Technologien besonders Energie sparend, hätten aber an Leistung deutlich zugelegt. Die Reaktionen erster Kunden seien «extrem positiv» gewesen. In großen Serveranlagen sollen die Vier-Kerne- Prozessoren problemlos mit Zwei-Kerne-Chips zusammenarbeiten, so dass sich die Anlagen einfach nachrüsten lassen.

Das in Barcelona vorgestellte erste Modell ist vor allem für den Einsatz in großen Datenzentren optimiert. Im Schnitt komme der neue Chip im Vergleich zum Konkurrenzprodukt (Intel Xeon 5345) auf 26 Prozent mehr Leistung bei geringerem Stromverbrauch, sagte Meyer. Ein typisches Datenzentrum mit 500 Quad-Core-Servern könne damit über 100 000 Dollar im Jahr sparen und produziere über 400 000 Kilogramm weniger Kohlendioxid - etwa die Menge, die 100 Pkws in einem Jahr ausstoßen. Ende des Jahres will AMD weitere Modelle für Server sowie Quad-Core-Chips für Desktop-Rechner auf den Markt bringen. Erste Server mit «Barcelona»-Chip sollen bereits in wenigen Wochen auf den Markt kommen, darunter Geräte von Fujitsu-Siemens, Hewlett-Packard, Dell, Sun Microsystems und IBM. Als erster Software-Hersteller will Novell seine Serversoftware Suse Linux Enterprise Server auf den neuen Chip optimieren. Der texanische Chiphersteller steht derzeit massiv unter Druck. Das Unternehmen schrieb in den vergangenen Quartalen rote Zahlen und führt seit Jahren einen erbitterten Konkurrenzkampf mit dem Rivalen Intel. Bereits bei den ersten Doppel-Kern-Chips hatten sich die Konkurrenten einen erbitterten Wettlauf geliefert. Nachdem AMD mit seinen «Dual Core»-Prozessoren dem großen Marktführer zuvorgekommen war, konnte das Unternehmen zum Teil erheblich Marktanteile gewinnen. Intel hatte seine ersten Vierkerne-Prozessoren bereits im November 2006 vorgestellt. Die Chips bestehen allerdings aus zwei Doppelkernen, die auf einer Prozessor-Plattform untergebracht sind. Nach Angaben von AMD lässt sich bei dieser Architektur ein «Flaschenhals» bei der Daten-Kommunikation nicht vermeiden. Vor allem bei speicherintensiven Anwendungen soll AMDs Architektur für deutlich mehr Rechenleistung sorgen. (dpa)

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