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AMD überrascht Wall Street mit leichtem Gewinn

14.07.2005 | 13:59 Uhr |

Der amerikanische Chip-Hersteller Advanced Micro Devices (AMD) hat die US-Finanzwelt mit einem bescheidenen Gewinn für das zweite Quartal 2005 überrascht.

Ausgezeichnete Ergebnisse der Computerchip-Sparte, vor allem bei Server- und Laptop-Chips, verhalfen AMD zu einem Gewinn von 11,3 Millionen Dollar oder drei Cent je Aktie. Dagegen gab es bei den so genannten Flash-Speicher- Chips für Handys, DVD-Player und andere elektronische Geräte massive Umsatzrückschläge und hohe Verluste. Dies gab die in Sunnyvale (Kalifornien) ansässige Gesellschaft am Mittwoch nach Börsenschluss bekannt.

Der Gewinn fiel zwar gegenüber dem zweiten Quartal 2004 um 64,9 Prozent, doch hatten die Analysten mit roten Zahlen von fünf Cent je Aktie gerechnet. Deshalb zogen die AMD-Aktien nachbörslich um 2,9 Prozent auf 19,80 Dollar kräftig an. Seit seinem Zwölfmonats-Tief hat sich der AMD-Aktienkurs fast verdoppelt.

Das Mikroprozessoren-Geschäft wachse nicht nur, sondern das Wachstum beschleunige sich, teilte AMD mit. Das Unternehmen erwarte, dass der Mikroprozessoren-Umsatz die normalen saisonalen Trends übertreffen werde. Auch profitierte es von einem sechsprozentigen Chip-Preisanstieg. Besonders gut lief das AMD-Geschäft in China, Nordamerika und anderen Wachstumsmärkten.

Der AMD-Quartalsumsatz stagnierte mit knapp 1,3 Milliarden Dollar. Dabei stieg der Computerchip-Umsatz kräftig um 38 Prozent auf 767 Millionen Dollar. Der operative Gewinn dieser Sparte verdoppelte sich nahezu von 58 auf 110 Millionen Dollar. Bei Flash-Speicher-Produkten fiel der Umsatz hingegen um 31 Prozent auf 462 Millionen Dollar. In dieser unter dem Markennamen Spansion firmierenden Sparte gab es einen operativen Verlust von 90 Millionen Dollar im Vergleich zu einem operativen Gewinn von 45 Millionen Dollar in der entsprechenden Vorjahreszeit. AMD hält an dem Tochterunternehmen Spansion eine Mehrheitsbeteiligung, die Restanteile liegen bei der japanischen Fujitsu-Gruppe. Die Tochter mit weltweit rund 7500 Angestellten soll an die Börse gebracht werden.

AMD kämpft sowohl bei Computer- als auch bei Flash-Speicher-Chips gegen den globalen Chip-Branchenführer Intel an. Vor wenigen Tagen reichte AMD eine Kartellklage gegen den Konkurrenten ein. Der Konzern warf Intel vor, Computerfirmen und andere Abnehmer durch Wettbewerb behindernde Aktionen davon abzuhalten, AMD-Chips zu kaufen. Intel hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Der AMD-Halbjahresumsatz lag praktisch unverändert bei 2,5 Milliarden Dollar (2,07 Mrd Euro). Es gab rote Zahlen von 6,1 Millionen Dollar oder zwei Cent je Aktie gegenüber einem Halbjahresgewinn von 77,3 Millionen Dollar oder 21 Cent je Aktie in dem entsprechenden Abschnitt des Vorjahres.

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