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AOL-Allianz mit Nokia und Ericsson

07.02.2000 | 00:00 Uhr |

Der Onlinedienst AOL Europe will in einer
Allianz mit Nokia und Ericsson seine Online- und Internet-Angebote
mit neusten Mobilfunk-Technologien verschmelzen. «Die Verbindung von
Mobilfunk und Internet bedeutet einen wichtigen strategischen Schritt
für uns», sagte der Chef von AOL Europe, Andreas Schmidt, am Montag
in Frankfurt. Zu der Online-Mobilfunk-Allianz gehört außerdem das
britische Unternehmen RTS Wireless. "In Europa gibt es 50 Millionen
Internet-Nutzer. In den Kernländern Deutschland, Frankreich und
Großbritannien haben 60 Millionen Menschen ein Mobiltelefon. Die
Verbindung aus beiden Bereichen auf einer mobilen Internet-Plattform
liegt auf der Hand."

Künftig sollen AOL-Anwender sich ihre E-Mails vorgefiltert per
Kurznachricht (SMS) auf ihr Handy schicken lassen können. "Wir
verbinden dabei Text- und Voice-Nachricht. Ich werde also per SMS auf
eine E-Mail aufmerksam gemacht und kann sie mir dann von einem
Sprachcomputer am Handy vorlesen lassen", sagte Schmidt. Das
Verfahren werde bereits getestet und noch im Frühjahr 2000 auf den
Markt gebracht.

Als nächsten Schritt plant AOL ein Portal für moderne Handys, die
bereits mit dem WAP-Standard (Wireless Applikation Protocol)
ausgerüstet sind. Über das WAP-Portal sollen Inhalte aus den AOL-
Diensten abgerufen werden können. «In Zukunft können alle Nutzer von
AOL, CompuServe oder Netscape Online ihre E-Mails über das Handy
lesen und E-Mails schreiben, ihre persönlichen Services aus allen
Bereichen wie Finanzen, Aktienkurse oder Verkehrsinformationen über
das Internet und das Handy abrufen und vieles mehr.» Allein AOL
Europe sei in der Lage, diese neuen integrierten Dienstleistungen in
Europa anzubieten, meinte Schmidt. Ein öffentlicher Beta-Test des
WAP-Portals werde bald beginnen.

Die neuen Mobilfunk-Dienste sollen zunächst auf den gängigen
Standards angeboten werden. «Wir sind aber auch auf neue Technologien
wie GPRS vorbereitet.» GPRS (General Packet Radio Service) wird
voraussichtlich Ende 2000 eine bis zu 15 Mal schnellere
Übertragungskapazität im digitalen Mobilfunk ermöglichen als bisher.
Bislang kann man mit einem Handy nur Daten mit einer bescheidenen
Geschwindigkeit von 9600 Bit pro Sekunde befördern.

Schmidt verwies auf das enorme Wachstum von AOL Europe. Der Dienst
habe nun 3,8 Millionen Mitglieder und aktive Nutzer. «Das ist eine
Steigerung um eine Million innerhalb von fünf Monaten.» AOL
Deutschland zähle nun 1,5 Millionen Kunden. Damit sei der Dienst in
den vergangenen fünf Monaten um 500 000 Mitglieder gewachsen. Das
Wachstum habe zeitweise zu einer Überlastung der Einwählknoten
geführt. «Wir werden in den kommenden fünf Wochen 30 Millionen Mark
in zusätzliche Einwähl-Modems investieren, damit es nicht mehr zu
Engpässen kommt», sagte AOL-Sprecher Frank Sarfeld. Insbesondere um
21.00 Uhr gebe es Stau, obwohl die Telefonkosten für die Einwahl in
AOL rund um die Uhr 3,9 Pfennig pro Minute betragen und nicht um
21.00 Uhr billiger werden.

dpa

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