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AOL: Beschwerde beim Kartellamt

29.05.2000 | 00:00 Uhr |

Der zweitgrößte deutsche Online-Dienst AOL hat beim Bundeskartellamt Beschwerde gegen den Marktführer T-Online und dessen Muttergesellschaft Deutsche Telekom eingelegt.

AOL hält die Kopplung von ISDN- und Internetangeboten der beiden Unternehmen für nicht vereinbar mit dem Wettbewerbsrecht und hofft auf eine einstweilige Anordnung des Kartellamts. Dies sagte AOL- Sprecher Frank Sarfeld der dpa. Er bestätigte damit einen Bericht des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel».

AOL kritisiert, dass neue ISDN-Kunden der Telekom automatisch und ungefragt auch Mitglieder von T-Online werden, unabhängig davon, ob sie das Internet-Angebot nutzen oder nicht. Diese «Trickserei» treibe die Kundenzahlen von T-Online künstlich in die Höhe.

Im Gegenzug vermittele T-Online vielen seiner Internet-Kunden einen schnellen ISDN-Anschluss der Telekom und erhalte dafür von seinem Mutterkonzern jeweils eine Vergütung von rund 200 Mark. «T- Online wird vom Monopolisten Telekom unzulässig quersubventioniert», sagte Sarfeld. Mit diesen Einnahmen könne T-Online beispielsweise seine für Juni angekündigte Flatrate - einen Internet-Zugang zum Pauschalpreis - finanzieren. Darüber hinaus habe die Telekom das Ansinnen von AOL abgelehnt, ebenfalls ISDN-Anschlüsse zu vermitteln. «Die Telekom verweigert uns die Gleichstellung mit T-Online», sagte Sarfeld. Das führe zu «irreparablen Schäden», nicht nur bei AOL, sondern auch bei anderen Anbietern. dpa

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