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AOL: Bund soll Telekom-Anteile bald verkaufen

16.05.2000 | 00:00 Uhr |

Der Geschäftsführer von AOL Deutschland, Uwe
Heddendorp, hat die Bundesregierung aufgefordert, sich «möglichst
bald aus dem Telekommunikationsmarkt zurückzuziehen und ihre Anteile
an der Deutschen Telekom AG zu verkaufen».

Dieser Schritt könne den Bundeshaushalt entlasten und zugleich
einen Wettbewerb gefährdenden Interessenkonflikt der Bundesregierung
ausräumen, stellte Heddendorp in einer am Sonntag in Hamburg
verbreiteten Erklärung fest.

Um einen funktionierenden Wettbewerb im Telekommunikationsmarkt
sicher zu stellen, sei eine schlagkräftige Regulierungsbehörde von
Nöten. «Andernfalls wird ein von der Bundesregierung begünstigter
Telekomgigant nur Trägheit verbreiten und Investitionen in
Deutschlands 'New Economy' beeinträchtigen», sagte der AOL-Chef.

Am Vortag der Bundestagsanhörung zum «Eckpunktepapier für die
Telekommunikationspolitik» des Bundeswirtschaftsministeriums forderte
Heddendorp die Bundesregierung auf, die Interessen der «New Economy»
künftig bei allen Entscheidungen der bundesdeutschen
Regulierungsbehörde deutlich stärker als bisher zu berücksichtigen.
Um beispielsweise einen erschwinglichen Festpreis für den Internet-
Zugang (Flatrate) wie etwa in Großbritannien anbieten zu können, sei
es in Deutschland erforderlich, dass alle Wettbewerber von der
Deutschen Telekom pauschal Ortsnetzkapazitäten einkaufen könnten.

AOL Deutschland, ein Unternehmen von AOL Europe, ist direkter
Konkurrent der Telekom-Tochter T-Online, dem führenden Online-Dienst
in Deutschland (rund 4,3 Millionen Kunden). Mit den zwei Marken AOL
und CompuServe hat das Unternehmen mehr als 1,5 Millionen Mitglieder.
dpa

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