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AOL-Chef Case: Fusion mit Time Warner kann nicht mehr scheitern

13.09.2000 | 00:00 Uhr |

Die Vorbehalte der Wettbewerbshüter in den USA und Europa werden die Fusion von America Online mit dem Medienkonzern Time Warner nach den Worten des AOL-Chefs Steve Case nicht zum Scheitern bringen.

"Wir erwarten, dass die Fusion im Oktober oder November über die Bühne geht", sagte Case der Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit" (neue Ausgabe). Es sei "durchaus machbar", AOL Time Warner in fünf Jahren gemessen am Börsenwert zum größten Unternehmen der Welt zu machen.

Case versicherte, der neue Konzern werde anderen Anbietern ungehinderten Zugang über Kabel zum Internet gewähren. Dies wird von der US-Kartellbehörde als kritischer Punkt angesehen. Die Befürchtung der EU-Wettbewerbshüter, AOL Time Warner würde das Internetgeschäft mit Musik beherrschen, wies Case ebenfalls von sich. "Time Warner wird seine Musik über AOL verteilen, aber auch über andere Online- Dienste", sagte er. Beide Unternehmen glaubten, "dass es gut für das Geschäft ist, Inhalte aus den verschiedensten Quellen zu bekommen".

Synergieeffekte aus der Fusion erwartet Case bei der Werbung und der Verkaufsförderung. "AOL-Kunden können in Time-Warner-Magazinen geworben werden. Dann besteht die Chance, ganz neue Geschäfte und Dienste zu schaffen, zum Beispiel interaktives Fernsehen." Je mehr Internet-Plattformen entstünden, desto größer werde der Wunsch der Kunden, "dass die verschiedenen Geräte die gleiche Sprache sprechen" und zum Beispiel die selbe E-Mail-Adresse über den Fernseher, das Mobiltelefon oder andere Geräte erreichbar ist.

Im Juni hatten die Hauptversammlungen von AOL und Time Warner die Fusion zum weltgrößten Medien- und Onlinedienstkonzern mit 40 Milliarden Dollar Umsatz gebilligt. Danach übernimmt die America Online Inc. den Medienkonzern Time Warner über einen Aktientausch im Wert von damals 123 Milliarden Dollar. dpa/ab

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