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AOL Time Warner macht Milliardenverluste

30.01.2002 | 00:00 Uhr |

Der weltgrößte Medien- und Onlinekonzern AOL Time Warner Inc. hat im Geschäftsjahr 2001 Milliardenverluste verbucht. Sonderbelastungen sowie ein rückläufiges Anzeigengeschäft waren die Hauptfaktoren, teilte AOL Time Warner am Mittwoch mit. Der starke Abonnenten-Zuwachs im Kabelfernsehbereich und bei AOL sowie Filmhits wie der neue Harry Potter-Streifen reichten nicht aus, um dies wettzumachen.

AOL Time Warner hat im Schlussquartal 2001 den Umsatz binnen Jahresfrist um vier Prozent auf 10,6 Milliarden Dollar (12,2 Mrd Euro/23,4 Mrd DM) gesteigert. Es fiel ein Verlust von 1,8 (Vorjahr: 1,1) Milliarden Dollar an. Vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (EBITDA) verdiente das US-Unternehmen 2,8 Milliarden Dollar, ein Plus von 14 Prozent.

Im Gesamtjahr 2001 fielen rote Zahlen von 4,9 (4,4) Milliarden Dollar an. Der Umsatz erhöhte sich um sechs Prozent auf 38,2 Milliarden Dollar. Die Abonnenteneinnahmen stiegen um zwölf Prozent auf 16,5 Milliarden Dollar, während Programm- und Filmeinnahmen und andere Einkünfte um vier Prozent auf 13,2 Milliarden Dollar zulegten. Dagegen gaben die Werbeeinnahmen um drei Prozent auf 8,5 Milliarden Dollar nach und waren im vierten Quartal sogar um 14 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar gefallen.

AOL gewann im vergangenen Jahr 6,5 Millionen Neukunden und hatte zum Jahresende weltweit 33,2 Millionen Nutzer. AOL hat jetzt acht Millionen Auslandskunden. Schließt man Kabelfernsehen, Magazine sowie andere Publikationen und Onlinedienste ein, dann hatte der US-Konzern weltweit 148 Millionen Kunden, 17,9 Millionen mehr als vor einem Jahr.

AOL kaufte den größten britischen Magazinverlag IPC Media. Das internationale Geschäft wird durch den anhängigen Kauf der Bertelsmann-Beteiligung an AOL Europe weiter gestärkt, erklärte die Gesellschaft. AOL Time Warner erwartet, dass der EBITDA-Gewinn und der Umsatz im ersten Quartal 2002 im Jahresvergleich stagnieren werden. Die Gesellschaft rechnet für 2002 nicht mit einer Konjunkturerholung. Sie erwartet einen Umsatzanstieg von fünf bis acht Prozent und einen EBITDA-Zuwachs von acht bis zwölf Prozent. dpa

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