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AOL ist Musikpiraterie verboten

09.03.2001 | 00:00 Uhr |

Juristische Niederlagen stoppen den Weg
der großen Medienunternehmen in den Musikmarkt im Internet. Der
weltweit größte Internet-Provider AOL hat im Streit um
urheberrechtlich geschützte Musiktitel im Internet eine weitere
Niederlage hingenommen.

Nach Medienberichten vom Freitag hat das Oberlandesgericht München
AOL zu Schadensersatz verurteilt. AOL habe für seine Dienste Werbung
gemacht und auf diese Weise Musikpiraten auf seine Seite gelockt,
heißt es in der Begründung (Az.: 29 U 3282/00).

Bereits vor einem Jahr hatte das Landesgericht in München den
Provider wegen illegalen Musikvertriebs verurteilt (Az.: 7 O 3625/98)
AOL hatte ein Musik-Forum eingerichtet, aus dem sich die User
bedienen konnten.

Am vergangenen Dienstag hatte eine amerikanische Bundesrichterin
in San Francisco per einstweiliger Verfügung angeordnet, dass die US-
Internet-Tauschbörse Napster alle urheberrechtlich geschützten Titel
aus dem Angebot nehmen muss. Napster hatte bereits am Wochenende
begonnen, Filter für Copyright-Material einzusetzen, um einem Verbot
zuvorzukommen. Software-Experten bezweifeln allerdings die Wirkung
eines Filters.

Napster will nach eigenen Angaben ab Juli die kostenpflichtige
Mitgliedschaft einführen. Musikfans sollen für eine monatliche Gebühr
zwischen rund zehn und zwanzig DM Titel über die Napster-Software bei
anderen Mitgliedern herunterladen können. Die Bertelsmann eCommerce
Group (BeCG), der größte Investor bei Napster, entwickelt nach
eigenen Angaben zusammen mit der Tauschbörse die neue Software, mit
der die Zahlung von Honoraren an Künstler möglich werden soll.

Währenddessen zeigt AOL Time Warner nach Informationen der
Bertelsmann eCommerce Group Interesse an Napster. Wenn die
Musiktauschbörse Copyrights sicher stellen könnte, könne sich der
Mediengigant eine Zusammenarbeit mit Napster vorstellen.
dpa

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