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AOL will sich radikal wandeln

06.09.2004 | 13:09 Uhr |

Der Internetanbieter AOL Deutschland will sich mit neuen Geschäftsfeldern im hart umkämpften Markt behaupten und von der Konzentration auf den Personal Computer verabschieden.

«AOL wird im nächsten Jahr zu einem anderen Unternehmen werden», sagte Vorstandschef Chef Stan Laurent der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Montagausgabe). So will das Unternehmen zum Beispiel mit einem eigenen MP3-Player zum Hardware-Anbieter werden und damit am lukrativen mobilen Musikmarkt teilnehmen. Bis zum Jahresende werde AOL auch in Deutschland ins Telefongeschäft einsteigen, kündigte Laurent an. In den USA testet AOL derzeit ein Angebot für Telefongespräche über das Internet (Voice over IP, VoIP).
«Internet-Telefonie ist ein Bespiel, wie das Internet in ein anderes Geschäftsfeld einsteigt», sagte Laurent. «Das wird sich ausbreiten, da das Internet das effizienteste Netz für interaktive Anwendungen ist.» Bis das Telefonieren über das Internet-Protokoll (IP) einen Massenmarkt erreicht, werde es jedoch noch einige Zeit dauern. Eine Voraussetzung dafür wäre auch, dass das Internet nicht als zweite Leitung neben dem Festnetzanschluss bestehe. «Die Herausforderung heißt, DSL zum Haupttelefonanschluss zu machen und die Sprachqualität auf ISDN-Niveau zu bringen.»
Derzeit liefert sich AOL mit der Konkurrenz einen harten Preiskampf bei den Breitbandanschlüssen. «Wir haben inzwischen rund 600 000 DSL-Kunden und erleben weiterhin ein schnelles Wachstum», sagte Laurent. Im April hatte das Unternehmen rund 500 000 Nutzer unter Vertrag. AOL rangiert unter den Internet-Zugangsanbietern in Deutschland nach Marktführer T-Online und United Internet auf Platz drei.

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