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AOL will verlorenen Boden gut machen

25.08.2003 | 10:16 Uhr |

Mit einer breit angelegten Qualitätsoffensive will der Onlinedienst AOL verloren gegangenes Terrain im deutschen Onlinemarkt zurück erobern.

"Wir haben in den vergangenen Monaten unsere Hausaufgaben erledigt und können nun unseren Kunden ein noch viel besseres AOL-Erlebnis bieten", sagte Stan Laurent, Chef von AOL Deutschland, am Montag der dpa in Hamburg. AOL war im vergangenen Jahr noch hinter den Onlinedienst Freenet auf die dritte Position im deutschen Onlinemarkt zurück gefallen. Damit rückte das Ziel, den Marktführer T-Online einzuholen, in weite Ferne.

AOL bringt nun eine neue Zugangssoftware 8.0 auf den Markt, die unter anderem den Zugriff auf des Internet beschleunigen soll. Das erstmals eingesetzte "Six-Pipes-Verfahren" nutze sechs statt bislang vier "Straßen" des Hochgeschwindigkeitsnetzes DSL. Mit dem neuen Programm können AOL-Mitglieder erstmals SMS-Texte als Telegramm vom Computer aus auf Mobiltelefone verschicken und vom Handy aus eine Antwort auf den Rechner erhalten.

Ausgebaut wurde auch die Kindersicherheit sowie die Kontrolle der E-Mail: "Sicherheit ist für unsere Kunden von höchster Wichtigkeit", sagte Laurent. Viele Internet-Nutzer seien wegen unerwünschter Werbemails, die manchmal auch pornografische Inhalte hätten, oder Computer-Viren sehr besorgt. "AOL geht gegen diese Gefahren nicht nur technisch vor, sondern bekämpft sie auch auf juristischem Wege. Außerdem müssen wir ständig unsere Kunden informieren und weiterbilden, damit sie sich selbst schützen können."

Mit der Einführung von AOL 8.0 öffnet der Onlinedienst gleichzeitig auch sein bislang hermetisch abgeschlossenes System für den Einsatz von populären E-Mail-Programmen wie Microsoft Outlook Express oder Eudora, die mit dem so genannten IMAP-Standard arbeiten. In der Vergangenheit hatte AOL diese Öffnung immer mit dem Argument abgelehnt, dieser Schritt verkompliziere den Umgang mit dem Dienst. "Die AOL-User von heute sind technisch fit. Die Öffnung unserer Systeme war eine Kundenanforderung", sagte Laurent. "Trotzdem wollen wir es unseren Kunden so einfach wie möglich machen, aber auch anspruchsvolle Dienste bieten. Bei AOL soll jeder nach seiner Facon glücklich werden."

AOL Deutschland hat nach Angaben von Laurent über 2,6 Millionen aktive Nutzerkonten und verfügt über eine Reichweite von mehr als sechs Millionen Kunden. Laut Marktforschungsinstitut MMXI nimmt AOL mit rund 300 Minuten pro Monat einen Spitzenplatz in Sachen Nutzungsdauer ein. AOL Deutschland beschäftigt nach eigenen Angaben rund 1200 Mitarbeiter, davon gut 400 in Hamburg und etwa 800 in den Callcentern in Duisburg und im Saarland. T-Online führt mit knapp 12,7 Millionen Kunden die Branche an. Freenet hat nach eigenen Angaben fast 3,8 Millionen Kunden, die die Internet-Zugangsdienste des Hamburger Anbieters nutzen.

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