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APFS (Apple File System): Apple stellt neues Dateisystem vor

07.01.2017 | 07:30 Uhr |

Der Nachfolger von Apples Dateisystem HFS erscheint 2017 als Finalversion und bietet bessere Performance, Stabilität und Sicherheit.

Zur WWDC hatte Apple auch ein neues Dateisystem vorgestellt , das für Sicherheit und Performance optimierte Apple File System. Es wird von macOS 10.12 bereits unterstützt, aber ist noch keineswegs alltagstauglich.

Laut Apple ist das neue APFS das Dateisystem der nächsten Generation, das zukünftig das 30 Jahre alte HFS bzw. HFS+ ablösen wird. Es ist für SSD und Flashspeicher optimiert und soll unter iOS, tvOS, watchOS und macOS für bessere Leistung und mehr Dateisicherheit sorgen. Auf der Keynote wurde es nicht vorgestellt, es ist aber auch offensichtlich noch nicht ganz fertig und die technischen Hintergründe sind wohl nur für Profis und Entwickler von Interesse. Die Reaktionen waren bisher überwiegend positiv, wenn es auch Kritik gab, etwa im Bereich Datenintegrität.

Für die nächsten beiden Jahre ist es für den Endanwender ohne Belang:  Bisher kann man es weder als Bootmedium verwenden, noch unterstützt es Time Machine, FileVault, Fusion Drive oder Case Sensitivity. Einige Kompatibilitätsprobleme sind außerdem zu erwarten: Ein Mac mit OS X 10.11 kann APFS-Volumes nicht erkennen und das Netzwerkprotokoll AFP ist nicht verwendbar – nur noch SMB ist laut Dokumentation kompatibel. Mit APFS wird also nebenbei das ähnlich klingende Apple File Protocol abgeschafft. Erst 2017 soll die finale Version erscheinen, dann will Apple auch die Dokumentation vollständig veröffentlichen.

Die Neuerungen klingen spannend: Grundlage des Dateisystems ist ein so genannter Container, Datei-Attribute wie Etiketten sind flexibler nutzbar, ein Extensible Block Allocator sorgt für die Verwendbarkeit beliebig großer Volumes. Wichtig für moderne Systeme ist die erstmalige Unterstützung von Zeitstempeln auf Nanosekunden-Basis, bisher unterstützt HFS+ nur Timestamps auf Sekundenbasis. Eine Neuerung ist außerdem die Unterstützung von Sparse-Dateien, was effizienteren Umgang mit Speicherplatz erlaubt. Ein neues „copy-on-write metadate scheme“ garantiert zusätzlich besseren Dateischutz bei Abstürzen. Als 64-Bit-Dateisystem unterstützt APFS nebenbei bis zu 9 Quintillionen Dateien auf einem Volume. Für optimale SSD-Leistung ist TRIM jetzt direkt integriert.

Verschlüsselung ist eine native Funktion des Dateisystems, zusätzliche Verschlüsselungssoftware wird unnötig. Das Dateisystem kennt dabei drei Zustände: Ohne Verschlüsselung, Verschlüsselung mit einem Schlüssel oder individuellen Schlüsseln pro Datei. Zum Einsatz kommen AES-XTS bzw. AES-CBC. Im Unterschied zur Verschlüsselung des kompletten Volumes wie bei File Vault, können einzelne Dateien weiter verschlüsselt bleiben. Bei File Vault sind ja nach Entschlüsselung mit einem Key oder Passwort alle Daten komplett entschlüsselt, APFS bietet hier mehr Optionen.

Für Datensicherungen unterstützt das Apple-System so genannte Klone. Durch diese kannn das System platzoptimiert Versionen einer Datei verwalten. Speichert man beispielsweise eine neue Version eines umfangreichen Keynote-Dokuments, sichert das System nur die Änderungen an der Datei. Das spart vor allem bei vielen Dateiversionen viel Platz.

Neu sind außerdem so genannte Snapshots: Snapshots speichern den aktuellen Zustand eines kompletten Systems als Read-Only-Version – etwa wie die Wiederherstellungspunkte von Windows. Backups erfolgen dadurch jedenfalls schneller und zuverlässiger. Zu den interessanten neuen Funktionen gehört das so genannte Space Sharing: Auf einem Speichermedium mit zwei Mac-Systemen könnten sich zwei logische Laufwerke den Speicherplatz frei teilen. Bisher musste man zwei Partitionen ein feste Größe zuteilen, nun belegen sie nur den wirklich beanspruchten Platz. Ohne neue Partitionierung kann man außerdem die Größe eines APFS-Laufwerks beliebig ändern.

Erste Tests unter Sierra. Um das neue Dateiformat auszuprobieren kann man unter Sierra mit diskutil ein Laufwerk formatieren oder mit hdiutil einen APFS-Container anlegen. Mit dem Befehl "hdiutil create -fs APFS -size 1GB foo.sparseimage" erstellt man unter Sierra ein Image mit dem neuen Dateiformat. Apple will bei Erscheinen der Finalversion Tools vorstellen, die ein komplettes Medium in das neue Format umwandeln. Die "Rückumwandlung" in HFS ist aber anscheinend nur durch eine Neuformatierung und Verlust aller Daten möglich.

Mit einem Terminalbefehl kann man ein APFS-Image erstellen
Vergrößern Mit einem Terminalbefehl kann man ein APFS-Image erstellen

Unsere Meinung : Vor allem für Entwickler von Systemtools wird das neue Dateisystem wohl einige Probleme bringen, Endanwender profitieren dafür aber von einem stabileren und schnelleren System. Ob das Dateisystem zuerst auf Apples iOS-Geräten oder Macbooks gelangt, ist bisher nicht bekannt. Wir würden aber auf iOS tippen, auf dem Mac sehen wir nämlich so einige Kompatibilitätsprobleme auf uns zu kommen.

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