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APFS (Apple File System): Apple stellt neues Dateisystem vor

14.06.2016 | 14:30 Uhr |

Der Nachfolger von Apples Dateisystem HFS erscheint 2017 als Finalversion und bietet bessere Performance, Stabilität und Sicherheit.

Zur WWDC hat Apple auch ein neues Dateisystem vorgestellt , das für Sicherheit und Performance optimierte Apple File System. Es wird von macOS 10.12 bereits unterstützt, aber ist noch keineswegs alltagstauglich.

Laut Apple ist das neue APFS das Dateisystem der nächsten Generation, das zukünftig das 30 Jahre alte HFS bzw. HFS+ ablösen wird. Es ist für SSD und Flashspeicher optimiert und soll unter iOS, tvOS, watchOS und macOS für bessere Leistung und mehr Dateisicherheit sorgen. Auf der Keynote wurde es nicht vorgestellt, es ist aber auch offensichtlich noch nicht ganz fertig und die technischen Hintergründe sind wohl nur für Profis und Entwickler von Interesse.

Für die nächsten beiden Jahre ist es für den Endanwender ohne Belang:  Bisher kann man es weder als Bootmedium verwenden, noch unterstützt es Time Machine, FileVault, Fusion Drive oder Case Sensitivity. Einige Kompatibilitätsprobleme sind außerdem zu erwarten: Ein Mac mit OS X 10.11 kann APFS-Volumes nicht erkennen und das Netzwerkprotokoll AFP ist nicht verwendbar – nur noch SMB ist laut Dokumentation kompatibel. Mit APFS wird also nebenbei das ähnlich klingende Apple File Protocol abgeschafft. Erst 2017 soll die finale Version erscheinen, dann will Apple auch die Dokumentation vollständig veröffentlichen.

Die Neuerungen klingen spannend: Grundlage des Dateisystems ist ein so genannter Container, Datei-Attribute wie Etiketten sind flexibler nutzbar, ein Extensible Block Allocator sorgt für die Verwendbarkeit beliebig großer Volumes. Wichtig für moderne Systeme ist die erstmalige Unterstützung von Zeitstempeln auf Nanosekunden-Basis, bisher unterstützt HFS+ nur Timestamps auf Sekundenbasis. Eine Neuerung ist außerdem die Unterstützung von Sparse-Dateien, was effizienteren Umgang mit Speicherplatz erlaubt. Ein neues „copy-on-write metadate scheme“ garantiert zusätzlich besseren Dateischutz bei Abstürzen. Als 64-Bit-Dateisystem unterstützt APFS nebenbei bis zu 9 Quintillionen Dateien auf einem Volume. Für optimale SSD-Leistung ist TRIM jetzt ebenfalls integriert.

Verschlüsselung ist eine native Funktion des Dateisystems, zusätzliche Verschlüsselungssoftware wird unnötig. Es kennt dabei drei Zustände: Ohne Verschlüsselung, Verschlüsselung mit einem Schlüssel oder individuellen Schlüsseln pro Datei. Zum Einsatz kommen AES-XTS bzw. AES-CBC. Für Datensicherungen unterstützt das Apple-System so genannte Klone, wodurch das System platzoptimiert Versionen einer Datei verwaltet und so genannte Snapshots: Snapshots speichern den aktuellen Zustand eines kompletten Systems – etwa wie die Wiederherstellungspunkte von Windows. Backups erfolgen dadurch jedenfalls schneller und zuverlässiger. Zu den interessanten neuen Funktionen gehört das so genannte Space Sharing: Auf einem Speichermedium mit zwei Mac-Systemen könnten sich zwei logische Laufwerke mit dieser Funktion freien Speicherplatz teilen. Ohne neue Partitionierung kann man außerdem die Größe eines APFS-Laufwerks beliebig ändern.

Um das neue Dateiformat auszuprobieren kann man unter Sierra mit diskutil ein Laufwerk formatieren oder mit hdiutil einen APFS-Container anlegen.

Unsere Meinung : Vor allem für Entwickler von Systemtools wird das neue Dateisystem wohl einige Probleme bringen, Endanwender profitieren dafür aber von einem stabileren und schnelleren System. Ob das Dateisystem zuerst auf Apples iOS-Geräten oder Macbooks gelangt, ist bisher nicht bekannt. Wir würden aber auf iOS tippen, auf dem Mac sehen wir nämlich so einige Kompatibilitätsprobleme auf uns zu kommen.

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