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AT&T macht 13,1 Milliarden Dollar Jahresverlust

24.01.2003 | 10:07 Uhr |

Der amerikanische Telekom-Riese AT&T Corporation hat im vergangenen Jahr einen Verlust von 13,1 Milliarden Dollar (12,2 Mrd Euro) verbucht und enttäuschte die Wall Street mit ihren Geschäftsergebnissen und Prognosen. Die Aktien der größten US- Ferngesprächsgesellschaft sind am Donnerstag massiv um 21,40 Prozent auf 19,90 Dollar eingebrochen. Auch die Telefongesellschaft Bell South verbuchte einen starken Gewinnrückgang. Ihre Aktien sackten um 7,71 Prozent auf 23,33 Dollar. AT&T hat 2002 einen Verlust von 13,1 Milliarden Dollar oder 17,08 Dollar je Aktie ausgewiesen gegenüber einem Gewinn von 9,9 Milliarden Dollar oder 12,51 Dollar je Aktie im Jahr 2001. Dies hat das Unternehmen am Donnerstag mitgeteilt. Die Einbußen waren auf Verluste bei der inzwischen verkauften Kabelfernsehsparte AT&T Broadband und bei anderen nicht weiter geführten Geschäftsbereichen sowie auf neue Bilanzierungsvorschriften zurückzuführen. Ohne Sonderbelastungen hätte AT&T im Jahr 2002 aus dem laufenden Geschäft 1,26 Dollar je Aktie verdient. Der Jahresumsatz schrumpfte um 10,4 Prozent auf 37,8 Milliarden Dollar. AT&T hatte im vierten Quartal 516 Millionen Dollar oder 66 Cent je Aktie verdient gegenüber einem Verlust von 1,4 Milliarden Dollar oder 1,97 Dollar je Aktie im vierten Quartal 2001. Der Gewinn war zum Teil auf den Verkauf der Kabelfernsehsparte zurückzuführen. Allerdings fiel aus dem laufenden Geschäft wegen Wertberichtigungen im Zusammenhang mit früheren Investments bei der AT&T Latin America sowie Kosten für geplante Entlassungen ein Quartalsverlust von 79 Cent je Aktie an. AT&T setzte im Schlussquartal 9,3 Milliarden Dollar um, minus 8,6 Prozent. AT&T-Chef David W. Dorman hob das Wachstum bei Ortsgesprächen und im Datengeschäft hervor, das trotz der unsicheren Wirtschaftslage verbucht worden sei. Die Gesellschaft hatte seit Beginn der Telekomflaute vor mehr als zwei Jahren bereits 10 000 Stellen gestrichen und will nach Angaben von CBS MarketWatch im ersten Halbjahr 2002 weitere 3500 Mitarbeiter nach Hause schicken. AT&T rechnet nicht mit einer baldigen Wende in der Telekombranche. Das Unternehmen will jedoch Marktanteile gewinnen und erwartet einen geringeren Umsatzrückgang als im Jahr 2002. AT&T geht für das erste Quartal 2003 von einem Gewinn von 50 Cent bis 55 Cent je Aktie aus. Die Investitionen sollen 3,3 bis 3,5 Milliarden Dollar erreichen. BellSouth hatte im Schlussquartal 2002 einen Umsatzrückgang von 8,4 Prozent auf 5,7 Milliarden Dollar verbucht. Der Quartalsgewinn schrumpfte um 23,8 Prozent auf 597 Millionen Dollar. Der Gewinn pro Aktie fiel auf 32 (Vorjahresvergleichszeit: 42) Cent. Der Jahresumsatz gab um vier Prozent auf 18,2 Milliarden Dollar nach, und der Jahresgewinn sackte um 44,6 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar ab. dpa

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