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Von Peter Müller - 17.02.2011, 07:31

Abos für Apps

WSJ: App-Store-Abos bedürfen rechtlicher Überprüfung

Wenig Begeisterung hat Apples Richtlinien für App-Store-Abos unter Verlegern ausgelöst, die sich einerseits gezwungen sehen, Abos über den App Store anzubieten und andererseits ihre selbst verwalteten und abgerechneten Abos nicht aus ihren Apps heraus bewerben dürfen
Apples Vorgehen könnte die Justizbehörden auf den Plan rufen, meint der auf Kartellrecht spezialisierte Professor der University of Wisconsin Law School Shubha Ghosh gegenüber dem Wall Street Journal. Apple könnte Maßnahmen des Kartellamtes auf sich zeihen, sollte dieses feststellen, dass der iPad-Hersteller einen "wettbewerbswidrigen Druck auf Priese" ausübe oder eine zu dominante Position im Markt einnehme.
Die Erfüllung des zweiten Kriteriums bezweifelt hingegen der Rechtsexperte des College of Law der University of Iowa Herbert Hovenkamp. Erst wenn Apple mehr als 60 Prozent der digitalen Abos über den App Store verkaufe, käme Cupertino in einen Bereich, der die Bedenken der Kartellwächter wecken würde.
Der erste Abo-Anbieter sieht sich laut der britischen Site The Register bereits von Apple aus dem profitablen Bereich gedrückt. Rhapsody, Anbieter des gleichnamigen Abo-basierten Musikdienstes sieht sich unter den neuen Regeln nicht mehr wirtschaftlich arbeiten: "Ein von Apple bestimmtes Modell, in dem wir 30 Prozent unseren Umsatzes an Apple zahlen, zusätzlich zu den Gebühren für Künstler, Label und Publisher, ist wirtschaftlich unhaltbar."
Noch kein Kommentar kam von Amazon, doch wird der Buchhändler wohl aus seiner Kindle-App den Link zum Einkauf im Kindle-Shop entfernen müssen, legt man die neuen Regeln genau aus.
Ein mögliches Anti-Kartell-Verfahren gegen Apple hält hingegen der Anwalt Hillard Sterling aus Chicago für unwahrscheinlich. Gegner von Apples App-Abo-Regeln müssten sich auf eine "steile Kletterpartie" einrichten, um ein Vergehen gegen Wettbewerbsrecht beweisen zu können: "Die Ankläger müssten beweisen, dass Apple den Wettbewerb im Markt unterdrückt. Aber es gibt eine Menge von Plattformen außerhalb des App Store, auf denen Verleger ihre Produkte anbieten können."
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