Von Peter Müller - 31.12.2008, 07:47

10: Macbook Brick

Achterbahnfahrt für Apple-Aktie nach Bericht über Jobs-Gesundheit

Achterbahnfahrt für Apple-Aktie nach Bericht über Jobs-Gesundheit

Ein umgehend dementierter Internet-Bericht über angebliche Herzprobleme von Apple-Chef Steve Jobs schickt die Aktie des Mac-Herstellers auf Achterbahnfahrt.
Das Papier fällt binnen weniger Minuten um 5,4 Prozent, nachdem es auf einer CNN-Website für "Bürgerjournalisten" unter Berufung auf Insider hieß, Jobs sei mit Herzbeschwerden in ein Krankenhaus gebracht worden. Apple-Sprecher dementierten dies prompt in zahlreichen US-Medien. Die Aktie ging auf Erholungskurs, beendete den Tag aber trotzdem mit einem Minus von gut drei Prozent bei 97,07 Dollar.
Der Vorfall löste in den USA eine Diskussion über den Bürger- und Internet-Journalismus aus. Auf der «Bürgerjournalisten»-Seite von CNN war der Bericht noch eher wenig beachtet worden. Wucht bekommt er erst, als darüber das populäre Technologie-Blog Silicon Alley Insider berichtete. CNN weist zwar darauf hin, dass der Sender nicht für den Inhalt der "Bürgerjournalisten"-Seite verantwortlich ist. Blodget deutete jedoch an, dass allein das Auftauchen des Berichts auf einer von dem Nachrichtensender betriebenen Website ihm in seinen Augen mehr Glaubwürdigkeit verliehen habe.
Die US-Börsenaufsicht SEC untersucht die Gerüchte um Steve Jobs Herzanfall, insbesondere will die Aufsichtsbehörde erfahren, ob Absicht hinter der Fehlinformation um den Gesundheitszustand des Apple-CEO steckt und wer die Verleumdung in die Welt gesetzt hat. Steve Jobs selbst hatte zuvor die Urheber der Spekulationen um eine Rückkehr seiner Krebserkrankung "in der Hedgefonds-Ecke" identifiziert, dies aber nie beweisen können. Die Geschichte um den erfundenen Herzanfall klärt sich aber noch im Oktober auf: Als Urheber wird ein 18-jähriger identifiziert, dessen Name nicht öffentlich bekannt wird. Die Motive des Teenagers bleiben unklar, alles in allem dürfte es sich nur um einen schlechten Scherz gehandelt haben.
Die Aufregung um die Gesundheit des Apple-CEO sei aber selbst in einem Ernstfall unbegründet: "Apple braucht Jobs nicht mehr," meint Ezra Gottheil von Technology Business Research. Jobs habe drei gesunde Geschäftsbereiche etabliert, Mac, iPod und iPhone, seine Firme verstehe es, mit "ihrer fanatischen Hingabe an Design und Nutzbarkeit", das Geschäft weiter zu führen. Ein stabiles Management wisse, was es tue, Strategie und Organisation stünden. Ohne Jobs müsse sich Apple zwar mehr anstrengen, um die heutige Aufmerksamkeit zu erhalten, es gebe aber keinen Grund, dass Apple die Dinge ohne ihn nicht voranbringen würde. Als potentiellen Nachfolger im Falle eines Jobs-Rücktritts hat Gottheil den derzeitigen COO des Unternehmens Tim Cook auserkoren. Auch Chefdesidner Jobnathan Ive soll mehr strategische Verantwortung erhalten, vermutet Gottheil. Darauf weise die Einstellung des einstigen Segway-Chefingenieurs Doug Field als neuen Vizepräsidenten für Design bei Apple hin.
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