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Adblocker Plus zeigt trotzdem ungewollte Werbung

06.11.2015 | 17:13 Uhr |

Wer dachte, er könne mit Hilfe von Adblock Plus ganz einfach der lästigen Werbung entkommen, hat sich geirrt. Neben „nervender Werbung“ erscheinen auch noch ganz andere Sachen auf dem Desktop.

Der Adblock-Plus Entwickler Eyeo wird mit Kritik bezüglich seines Acceptable Ads-Programms konfrontiert, nachdem Anwender trotz aktiviertem Werbefilter auf Werbeseiten weitergeleitet wurden. Darunter zählen auch nicht jugendfreie Angebote.

Laut heise ist der Domain-Dienstleister Sedo Teil des „Accetpable Ads“-Programms, sodass Sedo darüber entscheiden kann, welche Werbeformen, wie beispielswiese wenig aufdringliche Textwerbung oder Banner, letztendlich durch die Whitelist gefiltert werden. Demnach „werden auf den bei Sedo geparkten Domains auch wenig subtile Domainweiterleitungen eingesetzt“. Testaufrufe von gefundenen Domains führten dazu, dass überwiegend „harmlose Angebote“ angezeigt wurden, teilweise aber auch „eine Casino-Webseite und ein explizites Porno-Spiel mit nicht jugendfreier Startseite.“ Dies sei nur möglich, da Sedo in Besitz eines „Sitekeys“ von Adblock Plus ist, mit dem der Anbieter „alle Parking-Domains gegenüber den Werbeblockern als Träger akzeptabler Werbung identifizieren“ könne. Somit müsse man nicht jede Domain, Adserver oder Werbeplatz einzeln freischalten.

Die offiziellen Kriterien für Acceptable Ads besagen, dass auf der einen Seite kein explizites Verbot von Domainweiterleitungen besteht, auf der anderen Seite die Werbung als solche erkennbar sein muss. Im Gegensatz zu Eyeo, der angeblich noch keine Gegenmaßnahmen ergriffen haben soll, schreiten andere Werbeblocker ein, indem sie direkte Warnmeldungen für den Anwender offensichtlich kenntlich machen.

Bernd Rubel, Autor des Techblogs Mobilegeeks, kritisiert die Entwickler von Adblock-Plus: „Wer zahlt, bestimmt die Regeln und bei Adblock Plus gilt das offenbar im doppelten Sinne: Denn hier bestimmt nicht nur der zahlende Whitelist-Kunde de Regeln, sondern auch der Hauptinvestor der Eyeo GmbG selbst.“ Eyeo-Geschäftsführer Till Faida wehrt sich gegen solche Vorwürfe und erklärt: „Redirects sind nicht Teil von Acceptable Ads uns es wurden auf der Whitelist keine Filter zur Freischaltung von Redirects hinzugefügt.“ Demnach sei der Grund für die angezeigten Ads ein fehlerhaftes Skript bei Sedo gewesen, sodass die eingeschaltete Whitelist andere Auswirkungen zeigte als vorgesehen.

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