2172315

Encoding: Flash hat nur noch 24 Monate zu leben

28.01.2016 | 12:59 Uhr |

Flash ist nicht tot, aber es riecht schon streng. In zwei Jahren soll die Software aber Geschichte sein, meinen Experten.

Im Format Flash werden nur noch sechs Prozent der bewegten Bildern im Internet ausgeliefert, hat eine Studie von Encoding.com ergeben. Vor einem Jahr habe der Anteil noch 15 Prozent betragen. Die umstrittene und veraltete Technik von Adobe werde nur noch für alte Browser, Anzeigenbanner und einige Sonderfälle benötigt und verliere immer mehr an Bedeutung. Innerhalb der nächsten  24 Monaten werde Flash komplett aus dem Web verschwunden sein, respektive von den Messmethoden von Encoding.com nicht mehr erfasst werden.

Was nach einer guten Nachricht für all diejenigen klingt, die sich von der mangelhaften Sicherheit der Software bedroht fühlen, ist aber zunächst einmal eine steile These. Damit die Prognose eintrifft, müssten aber viele Streamingdienste noch ihre Technik umstellen, wie etwa Hulu, das auf seiner Website immer noch Flash einsetzt, wenn auch nur als Container für den H.264-Stream. Aber auch HBO Go, CBS, NBC, MLB.TV, Showtime, Pandora und Spotify setzen nach wie vor auf Flash. Nach Messungen der Webmetriker von W3Techs wird Flash noch auf 10 Prozent aller Websites eingesetzt, aber auf den Top-1000-Sites beträgt der Anteil immerhin noch 15 Prozent. Somit scheint es gerade für die größeren und erfolgreicheren Portale sinnvoll zu sein, länger als nötig auf Flash zu setzen.

Den Trend von Flash weg setzen aber nicht nur kleinere und mittlere Angebote, auch Branchengrößen wie Amazon, das im letzten Jahr einen HTML5-Videoplayer herausgebracht hat, geben Flash auf. Netflix und Youtube haben schon längst kein Flash mehr im Einsatz.

Auf iPhone und iPad hatte Flash von Anfang an keine Chance. Der Kritik daran konterte Apple-CEO Steve Jobs im Frühjahr 2010 mit seinem offen Brief " Gedanken über Flash ", in dem er Adobe vorwarf, eine unsichere, energiehungrige und nicht skalierbare Software auszuliefern. Tatsächlich kündige Adobe Ende 2011 an, Flash für Mobilgeräte nicht mehr weiter zu entwickeln und sich stattdessen auf den Desktop zu konzentrieren. Und hierfür benötigt der Flash Player regelmäßig Sicherheitsupdates , ständig tauchen neue Sicherheitslücken auf, von denen auch viele ausgenutzt werden. Auch auf dem Mac ist das zum Problem geworden, so tarnte sich 2012 etwa der Flashback-Trojaner als Flash-Installer. Apple liefert seit der Zeit der " Gedanken über Flash " neue Macs ohne vorinstalliertes Flash-Plug-in aus. Flash sollte man also immer mit Vorsicht genießen oder die Software sogar komplett deinstallieren.

0 Kommentare zu diesem Artikel
2172315