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Adobe auf Apples Spuren

21.05.2003 | 10:49 Uhr |

Steve Jobs Idee des Digital Hubs und seine entsprechend ausgelegte Produktpalette mag manchem Anwender nicht so recht gefallen - in den Vorstandsetagen von Adobe hat sein Konzept offenbar viel Anklang gefunden.

Nicht alle Anwender folgen Steve Jobs begeistert auf seinem Weg zum Digital Hub. Gerade langjährige Mac-User aus dem professionellen Umfeld fühlen sich angesichts der Anstrengungen von Apple im Entertainment-Bereich vernachlässigt. Erstaunlicherweise schreibt sich jedoch gerade der größte Software-Entwickler aus Apples traditionellem DTP-Bereich, Adobe, das Jobs-Konzept immer deutlicher auf seine Fahnen. Baut Apple sich mit den i-Applikationen, Final Cut Pro sowie Express und DVD Studio Pro eine Produktpalette auf, die Kreative bei allen Aufgaben in Sachen Bild-, Sound- und Videobearbeitung bis hin zum Brennvorgang unterstützt, komplettiert Adobe Stück für Stück ein ebensolches Angebot für Windows-Anwender. So hat die Software-Firme ihren Profiprogrammen Photoshop und Premiere in diesem Jahr Photoshop Album (ein iPhoto-Pendant für Windows) und Encore (eine Art DVD Studio Pro für Windows) zur Seite gestellt.

Mit der jetzt bekannt gegebenen Akquise der Software-Firma Syntrillium öffnet sich Adobe den Weg zu Musik-Software. Syntrillium hat mit dem Audioschnittsystem Cool Edit, das auch in einer funktionsreicheren Pro-Version auf dem Markt ist, eines der am weitesten verbreiteten Audioprogramme für Windows entwickelt. Adobe lag vor allem an der professionellen Variante, mit der das Unternehmen laut Pressetext "seine Digital Video-Produktfamilie abrunden" will. Cool Edit Pro unterstützt 128 Audiospuren, bietet im gegensatz zur einfachen Version eine Oberfläche zum Schneiden und eine zum Mixen von Audio-Material. Den bisherigen Anwendern von Syntrillium versprechen sowohl der bisherige als auch der neue Besitzer Kontinuität in der Produktreihe.

Bei Adobe heisst es dazu "Der treue Kundenstamm von Cool Edit Pro, der vom Profi-Musiker bis hin zum Filmemacher reicht, kann sich darauf verlassen, dass wir weiter auf die innovative Produkthistorie aufbauen werden. Professionelle Audiobearbeitung ist wesentlicher Bestandteil der Digital Video- und DVD-Produktion. Durch die Aufnahme von Cool Edit Pro in unsere Produktfamilie bietet Adobe nun einen vollständigen Workflow für Video-Profis und DVD-Produzenten." (Brian Larkin, Senior Vice President of Digital Imaging and Video Products bei Adobe).

Nachdem bislang Apple immer vorgelegt hatte, könnte die Akquise von Syntrillium jetzt wieder für verstärkte Aktivität bei den Entwicklern in Cupertino sorgen. Seitdem Apple im Juli vergangenen Jahres die Software-Firma Emagic übernommen und in einem ersten Schritt verkündet hatte, nur noch Audio-Programme für den Mac weiterzuentwickeln, wartet die Gemeinde auf ein Pendant zu iTunes für den professionellen Bereich. Aktuell versucht Apple die Lücke zu schließen, in dem es beispielsweise DVD Studio Pro mit Software von Drittherstellern ausliefert. Die nahtlose Integration bei Abläufen und Datenübergabe zwischen den einzelnen Programmen funktioniert aber nur mit eigenen Entwicklungen. Adobes Erweiterung des Portfolios gibt könnte Apples Aktivitäten in Sachen Audio einen neuen Impuls geben.

Info Adobe Web www.adobe.de , Syntrillium Web :www.syntrillium.com

 

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