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Adobe bringt Premiere 6.5

22.07.2002 | 18:06 Uhr |

Premiere verkauft sich besser als Final Cut Pro von Apple, sagt Adobe. Damit dass so bleibt, gibt es ab Herbst Version 6.5 der Videoschnittsoftware.

München/Macwelt - Premiere 6.5 bleibt ein günstiger Einstieg in den Videoschnitt am Mac: Der US-Preis liegt bei 549 Dollar, die Adobe in stolze 810 Euro umrechnet. Das Update von Version 6.0 kostet 149 US-Dollar oder 203 Euro. Im Vergleich mit 1330 Euro bzw. 400 Euro für Vollversion respektive Update von Final Cut Pro 3, ist der Preis allerdings als günstig anzusehen.
Adobe hat in der Version 6.5 nach eigenen Aussagen kräftig den Hardware-Support verbessert, die heute gängigen DV-Kameras mit Firewire-Anschluß und Beschleunigerkarten erkennt Adobe Premiere künftig sofort. Hinzu kommen eine Reihe von Filter und Effektbefehle, deren Auswirkungen man künftig sofort am Monitor sehen kann. Diese Echtzeitvorschau stellt allerdings hohe Anforderungen an die Hardware: Ein Power Mac G4 sollte es schon sein, 512 MB Arbeitsspeicher sind zumindestens unter Mac-OS X empfehlenswert. Premiere 6.5 tut auch unter Mac-OS 9.2.2 seinen Dienst.
Adobe legt der Packung weitere Zeichensätze sowie einen komplett überarbeiteten Titelzeilengenerator. Fünf neue Filter aus After Effects (Blend, Channel Blur, Directional Blur, Ramp, Lightning) und die Audiosoftware Spark LE von TC Works runden die Mac-Version ab. Einigermaßen ärgerlich wirkt dabei, dass Windows-Besitzer weitere nützliche Dinge auf der CD finden: Statt Spark LE erhalten sie drei Effect-Plug-ins, die ebenfalls von TC Works stammen, aber direkt innerhalb von Premiere 6.5 zugänglich sind. Darüber hinaus hat die Windows-Version eine eigene Exportroutine für MPEG-2-Videos, die Adobe sogar mit einer LE-Version von DVD-It! von Sonic Software ergänzt.
Auf dem Mac fehlen beide Komponenten, stattdessen empfiehlt Adobe dort den Film in Premiere zu exportieren und in iDVD zu öffnen und auf DVD zu speichern. Wer mit den recht begrenzten Möglichkeiten von iDVD nicht zurecht kommt, muss auf dem Mac zum wesentlich teueren Softwarepaket DVD Studio Pro von Apple greifen. Laut Adobe erkennt Premiere 6.5, wenn DVD Studio Pro installiert ist und bietet dann zusätzliche Exportoptionen an, um beispielsweise Kapiteleinträge direkt aus Premiere zu übernehmen.
Bei der Vorstellung legte Adobe besonderen Wert auf die Leistungen des neuen Titelgenerators, der jetzt deutlich mehr Möglichkeiten bietet als bisher. In einem separaten Fenster lassen sich Vektorformen für Hintergrundzeichnungen laden oder aus Illustrator oder Photoshop übernehmen, die typografische Kontrolle gibt alle Feinheiten, die man auch aus anderen Adobe-Programmen gewohnt ist. Um den Anfang zu erleichtern, legt Adobe eine umfangreiche Bibliothek an Vorlagen für den Filmtitel bei. Eine Vorschau direkt im Titelgenerator erleichtert die Auswahl und exakte Platzierung der einzelnen Titelobjekte.
Als Liefertermin nannte Adobe Herbst 2002, die deutsche Version soll zirka 30 Tage nach der US-Ausgabe in den Handel kommen.
Walter Mehl

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