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Adobe bringt Update für Creative Cloud

24.06.2016 | 13:44 Uhr |

Das umfangreiche Update CC 2015.5 bringt bessere Performance und interessante neue Funktionen für Photoshop, Premiere, Illustrator und Co.

Mit seinem Juni-Update hat Adobe die Creative Cloud stark überarbeitet, vor allem Photoshop bekommt einige interessante neue Funktionen. Viele Programme profitieren außerdem von einer deutlichen Performance-Verbesserung. Erstmals steht außerdem eine direkte Anbindung an Adobe Stock zur Verfügung. Direkt aus Photoshop, Premiere oder Illustrator kann der Anwender nun Stock-Fotos oder -Videos laden und lizenzieren. Wir zeigen die nach unserer Meinung wichtigsten Neuerungen, eine vollständige Liste ist über die Adobe Homepage verfügbar.

Neue Werkzeuge für Photoshop

Wichtigste Neuerung von Photoshop ist die inhaltsbasierte (Content-Aware) Freistellung und Drehung. Dies behebt ein vor allem von Aufnahmen mit Horizont bekanntes Problem: Dreht man ein Foto mit schiefem Horizont, gehen durch das Drehen an den Seiten mehr oder weniger große Bildbereiche verloren oder es entstehen weiße Flächen. Die neue Funktion kann diese neuen Bereiche automatisch ergänzen (und erzielt dabei weit bessere Ergebnisse als frühere Versionen). Die Option aktiviert man über ein neues Häkchen in der Optionsleiste. Neu ist außerdem das Face Aware Liquify, ein neues Tool für die Porträtkorrektur.

Audition erhält ein neues Soundpanel
Vergrößern Audition erhält ein neues Soundpanel

Über die neue Funktion  „Gesichtsbezogenes Verflüssigen“ kann der Anwender schnell und mit guten Ergebnissen Teile des Gesichts ändern, etwa ein Lächeln verstärken oder die Nase ändern. Bei einer ersten Präsentation durch Adobe machte die Funktion auf uns einen guten Eindruck. Von Konkurrenten kann sie sich nach unserem Eindruck durch die hochwertigen Ergebnisse absetzen.

Beim Ausrichten entstehenden "Weißraum" kann Photoshop jetzt füllen.
Vergrößern Beim Ausrichten entstehenden "Weißraum" kann Photoshop jetzt füllen.

"Match Font" oder "Passende Schrift finden" ist eine interessante neue Methode um die Schrift in einem Foto zu identifizieren. Der  Algorithmus  erkennt eine Schrift automatisch und listet ähnliche Fonts auf dem Rechner oder im Web auf. Die vierte neue Funktion namens Select and Mask kann beim Freistellen gute Dienste leisten und erleichtert das Auswählen von Objekten. Zusätzlich hat Adobe  die Performance von Photoshop verbessert, so sollen das Schriftenmenü und das inhaltsbasierte Füllen um das vierfache schneller und Programmstart und Dateiöffnen um das dreifache schneller erfolgen. Eine weitere wichtige Neuerung ist außerdem – wie bei allen Programmen der Cloud – die Integration von Adobe Stock. Die werden wir aber in einem eigenen Artikel näher erläutern.

Photoshop CC 2015.5: Ein erster Test

Inhaltsbasiertes freistellen

Die Funktionen des inhaltbasierten Ersetzen von Bildelementen hat Photoshop schon eine ganze Weile. So kann man beziehungsweise ein Motiv verschieben und Photoshop versucht die so entstandene Lücke mit Bildinformationen aufzufüllen. Bei vielen Motiven wie Wasser, Wolken, Gras oder Laub funktioniert dies bereits sehr gut, bei manchen anderen Motiven muss man nachkorrigieren. Diese Funktion wendet Adobe nun auch für das Freistellen-Werkzeug an, allerdings nicht für jenes in Camera RAW. Der klassische Anwendungsfall ist das Geraderücken eines Horizonts. Die so entstandenen Lücken an den Rändern füllt Photoshop nun automatisch auf, wenn man beim Freistellenwerkzeug die nu dazugekommene Funktion „Inhaltsbasiert“ aktiviert. In unserem Test funktioniert dies gut, doch für ein optimales Ergebnis muss man noch selber nachkorrigieren. Trotzdem ist das inhaltsbasierte Freistellen eine sehr schöne Funktion, die dem Nutzer Arbeit abnimmt.

Gesichter-Funktion beim Freistellen-Werkzeug

Der Verflüssigen-Filter hat das Gesichtswerkzeug neu dazu bekommen. Aufrufen kann man es auf der linken Seite oder mit der Taste A. Photoshop erkennt nur frontal aufgenommene Portraits. Profil-Aufnahmen oder Portraits aus einem schrägen Winkel erkennt Photoshop dagegen nicht.

Mit dem Gesichtswerkzeug lässt sich ein Gesicht gezielt verformen. So lassen sich die Augen leicht kippen und vergrößern, die Lippen vergrößern beziehungsweise verkleinern. Ein Mund lässt sich zum Lächeln bringen. Und die Gesichtsform kann man ändern. All diese Funktionen lassen sich dezent eingesetzt sehr gut zur Beauty-Retusche verwenden. Und so ist das Spezialprogramm Portrait Pro für manchen nicht mehr nötig. All die Verformungen kann man zwar auch mit den schon vorher vorhandenen Verflüssigen Werkzeugen bewerkstelligen. Doch mit dem Gesichtswerkzeug geht dies einfach noch einen Tick schneller.

Abo-Modell Fluch oder Segen?

Adobe Photoshop gibt es nur im Abo , beispielsweise das Fotografen-Abo für 11,89 Euro pro Monat. Diese Preispolitik stößt bei vielen zwar auf Kritik, die lieber eine Kauf-Version von Photoshop hätten. Das Abo-Modell bietet aber den Vorteil, das Adobe so einen ständigen Fluss von Neuerungen bieten kann. Das Warten auf einen jährlichen großen Rundum-Schlag, um so ein Update-Preis für eine neue Programmversion zu rechtfertigen, fällt somit weg.

Adobe Illustrator - Erweiterter Export

Bereits seit November letzten Jahres bietet Illustrator einen verbesserten SVG-Export, die neue Version kann nun Assets in einem Schritt exportieren. Dabei stehen verschiedene Größen, Auflösungen und Formate zur Verfügung. Illustrator erleichtert diesen etwa für Mobilentwickler nötigen Export durch das neue Asset Export Panel. Zu den weiteren kleinen Verbesserungen gehören einfacheres Zurücksetzen von verzerrten und rotierten Elementen. Mit Adobe XD kann man außerdem Daten per Zwischenablage austauschen.

Adobe XD auf deutsch

Adobe XD ist eine neue Lösung für das Oberflächendesign und die Erstellung von Prototypen für Webseiten und Apps. Ab sofort ist die Software auch mit deutschsprachiger Oberfläche zu haben. Der Status bleibt aber „Preview“.

Premiere kann Virtual Reality

Umfangreich sind die Neuerungen bei Premiere. Wohl wichtigste Neuerung bei Adobes Videoprogramm ist die Unterstützung von Virtual Reality . Untertitel werden besser unterstützt, es gibt bessere Unterstützung von Tastenbefehlen und weitere Verbesserungen. Stark ausgebaut hat Adobe zudem die Formatunterstützung - beispielsweise direkten Export auf XDCAM HD und Export als J2K, AS10 und HEV 10bit.

Premiere unterstützt jetzt auch VR.
Vergrößern Premiere unterstützt jetzt auch VR.

Verbessert hat Adobe außerdem die Performance, so unterstützt die Mercury Playback Engine jetzt erstmals Apple Metal GPU und H264-Playback wird ebenfalls per Grafikkarte beschleunigt. Die Windows-Versionen können außerdem ohne die problematische Quicktime Installation ProRes-Videos abspielen. Schneller Wechsel zwischen Proxy-Versionen und Originalen ist ebenfalls möglich.

After Effects in Live-Show bewährt

Bessere Performance beim Abspielen von Video und Audio bietet auch After Effects, außerdem werden nun die Effekte Lumetri Color, Gaussian Blur und Sharpen per Grafikkarte beschleunigt. Export zu Cinema 4D unterstützt jetzt erstmals Text- und Form-Ebenen. Die neue Version enthält außerdem die Preview-Version von Character Animator 4, Adobes Animationswerkzeug. Tipp: Mit den Simpsons gab es bereits einen ersten Live-Testlauf.

Audition CC erleichtert den Mix

Ein neues Sound Panel soll Einsteigern das Abmischen erleichtern. Das Vorbild des neuen Fensters ist das Lumetri Panel in Premiere, richtet es sich doch anscheinend vor allem an Videobearbeiter. Ebenfalls neu: Ein direkter Export mit Adobe Media Encoder soll den Reimport in Premiere überflüssig machen - was nicht zuletzt bei mehreren Tonspuren hilfreich sein soll.

Indesign

Neu in Indesign ist eine verbesserte bzw. modernisierte Oberfläche, die vor allem der Lesbarkeit von Werkzeugleisten und Panels dient. Unter OS X nutzt Indesign nun die Grafikkarte für bessere Performance beim Zoomen und anderen Aktionen. Nützlich für die Arbeit an einem freigegebenen Dokument im Netzwerk: Statt bei einem Netzwerkfehler das Programm zu beenden (um das Dokument zu schützen), kann man in Indesign jetzt weiter arbeiten und wird auf den Fehler hingewiesen.

Die neuen Versionen sind ab sofort verfügbar. Eine vollständige Auflistung und Erläuterung der Neuerungen ist über die Homepage von Adobe verfügbar, so gab es natürlich auch Verbesserungen bei anderen Adobe-Programmen wie Animate und eine neue Betaversion von Dreamweaver . Einige der neuen Funktionen werden allerdings nur auf den englischsprachigen Seiten ausführlich oder als Video vorgestellt, etwa zu Dreamweaver und Audition.

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