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Adobe macht gefälschte Software legal

17.06.2008 | 11:30 Uhr |

Adobe will Besitzern von kopierter Software Angebote machen, auf legale Versionen umzusteigen. Dies betrifft die Programme Photoshop, Illustrator und Indesign.

Adobe zielt mit der Initiative "Legalize it" nicht auf Nutzer von Tauschbörsen, sondern auf die Kunden, denen gefälschte Adobe-Software als vermeintliches Original verkauft wurde. Besonders upgrade-fähige gebrauchte Versionen sind bei eBay und anderen Händlern beliebt. Denn sie ermöglichen es, günstig auf eine aktuelle Version umzusteigen. Nicht selten handelt es sich dabei allerdings um Fälschungen, die Adobe vom Upgrade ausschließt.

Die Käufer bleiben dabei auf ihrem Geld sitzen. Jetzt will Adobe diesen Kunden helfen. Dazu sollen die Besitzer der gefälschten Software die Datenträger, die Kaufrechnung und alle weiteren Unterlagen an Adobe senden. Der Softwarehersteller prüft diese und macht dem Kunden ein Angebot zu einem Upgrade.

Adobe wird die eingesendeten Unterlagen mutmaßlich dafür nutzen, die Händler der gefälschten Software zu verfolgen und somit den Markt für diese kopierten Programme zu bekämpfen. Das Problem mit gefälschter Profi-Software besteht schon seit mehreren Jahren, insbesondere angebliche OEM-Versionen von Photoshop und Co. erweisen sich oft als Fälschungen. Adobe konnte nach eigenen Angaben bereits einige große Händler aus dem Verkehr ziehen.

Adobe rechnet in dieser Aktion den Kaufpreis der gefälschten Software an und gibt zusätzlich 25 Prozent Rabatt auf das legale Upgrade. Adobe behält sich vor, die "Legalisierung" abzulehnen, wenn die Software zu offensichtlich gefälscht ist oder jemand versucht, das Upgrade-Programm kommerziell auszunutzen.

Wenn sich eine gekaufte Version der betroffenen Software als Fälschung herausstellt, können sich die Kunden an die E-Mail-Adresse cic@adobe.de wenden, um sich für den Tausch zu bewerben.

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