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Adobe stell Photoshop Elements vor

12.02.2001 | 00:00 Uhr |

Mit einem neuen Produkt will Adobe die Lücke zwischen der High-end Anwendung Photoshop und der einfachen Bildbearbeitungssoftware Photo Deluxe schließen. Photoshop Elements ist jedoch mehr als nur eine abgespeckte Version von Photoshop 6

Adobe hat den "digital lifestyle" als Verkaufsargument entdeckt. Produktmanager Kevin Connor erläuterte unserer US-Schwestersite Maccentral, welche Marktchance seine Firma für Photoshop Elements sieht: "Der Markt für digitales Imaging wächst und wächst aufgrund der gestiegenen Popularität von Scannern und Digitalkameras." Photoshop LE habe in den letzten Jahren im Bundle mit Scannern einen solchen Erfolg gehabt, dass man sich entschlossen habe, die Software einzeln zu verkaufen. Der "midrange-user" erwarte jedoch bestimmte Funktionalitäten von einer Softwarre, die er dazu verwendet, seine digitalen Fotos oder Scans zu bearbeiten und für Ausdrucke oder seine Website vorzubereiten.

Ein Programm wie Photo Deluxe sei auf den Neuling abgestimmt, der möglichst wenig erlernen wolle, um aus seinen digitalen Bildern etwa Fotokalender machen zu können. Eine High-end-Anwendung wie Photoshop 6 jedoch sei für professionelle Grafiker gedacht, welche die Tiefe der Software Tag für Tag ausloten. Zwischen "Consumer" und "Profi" siedelt Adobe den "Prosumer" an, dem man professionelle Features auf eine "zugänglichere Art" an die Hand geben möchte.

Das auf dem Code von Photoshop 6 aufgebaute Photoshop Elements hält für den Anwender eine ganze Menge von Werkzeugen für die Farbkorrektur und Retusche bereit. So sollen sich mit dem "Rote-Augen-Pinsel" bequem durch Blitzlichter entstandene Reflexionen der Netzhaut entfernen lassen. Adobe verspricht zudem, dass man mit wenigen Mausklicks die Lichtverhältnisse einer Aufnahme nachträglich verbessern kann. Mit der Funktion "Back Light" verdunkelt man den Hintergrund und erzeugt den Eindruck, als ob man die Objekte im Vordergrund in
Blitzlicht gesetzt hätte, mit "File Flash" geht man gegen Unterbelichtungen vor.

Mit der Photomerge-Technologie lassen sich Einzelaufnahmen zu Panoramen zusammenstellen, ein Filterbrowser ermöglicht Voransichten der mehr als 95 Effekt-Filter. Beliebige Verzerrungen verspricht der "Liquify"-Filter, man soll damit Bilder dehnen, stauchen und verdrehen können, als ob sie aus Teig wären.
Animierte GIFs für Websites lassen sich ebenso erzeugen wie Foto-Webseiten, HTML-Kenntnisse seien dafür nicht erforderlich.

Da das Produkt noch sehr neu ist, konnten die befragten Scannerhersteller gegenüber Macwelt noch keine Aussagen machen, ob den Geräten, die derzeit mit Photoshop LE ausgeliefert werden, künftig die Elements-Version beigepackt wird.

Im zweiten Quartal des Jahres 2001 will Adobe Photoshop Elements in den USA, Europa und Japan auf den Markt bringen, der empfohlene Verkaufspreis beträgt 99 US-Dollar (inklusive Mehrwertsteuer rund 250 Mark). Registrierte Anwender von Photoshop LE, Photo Deluxe oder vergleichbaren Konkurrenzprodukten sollen einen Rabatt von 30 US-Dollar erhalten. pm/dc

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