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Adobe stellt Acrobat Reader 5.1 vor

21.10.2002 | 14:07 Uhr |

Adobe will im Geschäft mit Großkunden Punkte machen: Mit neuer Server-Software sollen Acrobat-Dokumente viele der heute üblichen Papierdokumente ersetzen

Ab sofort sind vier neue Produkte in der Acrobat-Familie von Adobe: Form Server, Central Output Pro Server, Workflow Server und Document Server. Hinzu kommt die überarbeitete Version 5.1 von Acrobat Reader, die künftig vier Bearbeitungswerkzeuge enthält, die aber nur mit der passenden Server-Software zugänglich sind.

Direkt aus der Datenbank erzeugen die Angestellten einer Großfirma zum Beispiel einen Projektplan im PDF-Format, der entsprechend den üblichen Regeln von den Vorgesetzten am Rechner begutachtet und geändert und schließlich frei gegeben wird. Hat man ein PDF-Formular mit Feldern fließen Änderungen am Projektplan direkt in die Datenbank zurück.

So oder so ähnlich stellt sich Adobe den Großkundeneinsatz der Software Acrobat mit mehreren neuen, kostenpflichtigen Server-Programmen und dem weiterhin kostenlosen Reader 5.1 vor. Keines der vier Server-Programme wird für Macs angeboten:
- Form Server hilft Formulare im Acrobat-Format an die unterschiedlichen Betriebssysteme von PCs und Mobilrechner mit Windows CE anzupassen. Das Paket besteht aus der Formular-Entwurfssoftware Form Designer, der Server-Software Form Server und der Client-Software Form Client für PCs und Mobilrechner.
- Central Pro Output Server übernimmt die Daten von Unternehmensdatenbanken von SAP beziehungsweise Oracle und wandelt die Daten anhand vorgefertigter Layouts in PDF-Dokumente um
- Workflow Server verteilt PDF-Dokumente via Email anhand vordefinierter Regeln an die zuständigen Stellen in einem Unternehmen.
- Optimale Ergänzung dazu ist Document Server, ein Server-Programm für die Betriebssysteme Windows NT und Solaris, dass weitere Hilfen gibt, um PDF-Dokumente in Formulare umzusetzen, die dann an verschiedenen Arbeitsplatz ausgefüllt und weitergeleitet werden. Document Server ist zwingend nötig, um die vier bisher bekannt gewordenen neuen Funktion von Acrobat Reader 5.1 zu nutzen. Die Server-Software verschickt auf Wunsch mit einer PDF-Datei "Reader Extensions", die beim Empfänger die vier Editiermöglichkeiten aktiviert (Speichern, Formularfelder erzeugen, Unterzeichnen, Seiten anfügen).

Die Lizenzgebühren für die Server-Programme stehen noch nicht fest. Am Rande der Pressekonferenz nannte ein Adobe-Pressesprecher jedoch die stolze Summe von etwa 75 000 Euro, die für Document Server ohne Zugriffsbeschränkungen fällig sind. Nach der aktuellen Preisliste entspricht diese Summe den Kosten für einen zentralen Distiller Server (ca. 16.000 Euro plus 100 Vollversionen von Acrobat (ca 2700 Euro) plus rund 1200 Lizenzen für Acrobat Approval, jener Software, die bisher an Arbeitsplätzen im Einsatz ist, an denen PDF-Dokumente nur unterzeichnet oder kommentiert, aber nicht erstellt werden.

Keine Aussagen machte Adobe dazu, ob die Mac-OS-X-Version von Acrobat Reader 5.1 endlich denselben Funktionsumfang bekommt, wie die Mac-OS-9-Version und die Windows-Produkte, bei denen eine Suche in PDF-Indexdateien möglich ist. Ebenso unklar blieb, ob jemals eine Mac-OS-X-Ausgabe von Acrobat Distiller oder Acrobat Capture auf den Markt kommt.
chr/wm

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