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Adobe will PDF zum ISO-Standard machen

29.01.2007 | 13:06 Uhr

Adobe Systems will die komplette Spezifikation für das aktuelle Portable Document Format (PDF) 1.7 über den ECM-Verband (Enterprise Content Management) AIIM bei der ISO (International Organization for Standardization) zur Standardisierung vorlegen.

Bislang wurden nur Teile der Adobe-Technik für elektronische Dokumente standardisiert: PDF/A (PDF for Archive) und das Workflow-Format PDF/X (PDF for Exchange) sind ISO-Standards; PDF/E (PDF for Engineering) und PDF/UA (PDF for Universal Access) stehen auf der Vorschlagsliste. PDF/H (PDF for Healthcare) ist außerdem ein vorgeschlagener Best Practice Guide der AIIM (Association for Information and Image Management), die alle genannten Substandards verwaltet.

Nun soll die AIIM die vollständige PDF-Spezifikation bei der ISO einreichen. Dabei soll zunächst eine Arbeitsgruppe (mit unter anderem Microsoft und SAP) mögliche Probleme identifizieren und dafür Lösungen vorschlagen. Diese sollen in einen Vorschlag für den geplanten Standard einfließen, der dann wiederum einer Working Group der ISO vorgelegt wird. Die AIIM betreibt bereits das Sekretariat für das ISO Technical Committee 171 (SC2) für Document-Management-Anwendungen und verwaltet auch die US-amerikanische Technical Advisory Group für dieses Komitee.

Bis PDF endgültig von der ISO standardisiert wird, könnten nach Einschätzung von Sarah Rosenbaum, Director fof Product Management bei Adobe, ein bis drei Jahre vergehen, während derer auch noch Änderungen an der Spezifikation vorgenommen werden könnten. Die Standardisierung von PDF/E und PDF/UA soll derweil weiterlaufen; Rosenbaum erwartet auch keine Änderungen bei der Verwendung von PDF/A und PDF/X.

"Die heutige Ankündigung ist der nächste logische Schritt in der Entwicklung von PDF von einem De-facto-Standard hin zu einem formalen, De-jure-Standard", erklärte Kevin Lynch, Adobes Chief Software Architect. "Wir bekräftigen damit unser Bekenntnis zur Offenheit. Da Regierungen und Unternehmen verstärkt offene Formate verlangen, wird die Betreuung des Standards durch eine externe und partizipatorische Organisation dabei helfen, die Innovation weiter voranzutreiben und das umfangreiche PDF-Ökosystem zu erweitern, das sich in den vergangenen 15 Jahren entwickelt hat."

Adobe veröffentlicht die PDF-Spezifikation seit 1993, Updates gibt es üblicherweise mit dem Erscheinen neuer "Acrobat"-Releases. Third Parties können somit schon seit geraumer Zeit Applikationen entwickeln, die PDF lesen oder schreiben, ohne dazu Adobes Software zu nutzen. Mit der Standardisierung sollen Änderungen der Spezifikationen nun schneller und öffentlicher passieren. "Wir hoffen, dass die Leute neue Anwendungen und Nutzungen für PDF entwickeln", erklärte Rosenbaum. (Thomas Cloer/mje)

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