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Adobe will keine kostenlosen PDFs aus Office 2007

06.06.2006 | 15:47 Uhr

Monatelange Verhandlungen zwischen Microsoft und Adobe Systems über kostenlose PDF-Unterstützung im kommenden Office 2007 sind gescheitert.

Nun könnte es laut "Computerwire" dazu kommen, dass Adobe den Redmonder Konzern in Europa wegen seiner Pläne verklagt. Im Kern geht es offenbar darum, dass Adobe verlangt, Office-Kunden sollten für die Nutzung der PDF-Funktionalität eine zusätzliche Gebühr zahlen. Microsoft soll sie entweder als aufpreispflichtige Zusatzoption anbieten oder ganz aus Office 2007 entfernen.

Adobe hat das Portable Document Format zum De-facto-Standard für die sichere Verteilung elektronische Dokumente gemacht und verdient mit seinen Produkten zur Erstellung von PDFs gutes Geld. Um dieses Geschäft macht sich das Unternehmen offenbar nun Sorgen, seit Microsoft im vergangenen Oktober angekündigt hatte, Office 2007 werde Dateien optional auch als PDF sichern können.

Microsoft hat bereits reagiert und zwei Maßnahmen angekündigt, mit denen es Adobe offensichtlich besänftigen will. Zum einen soll die PDF-Speicherfunktion in Office 2007 standardmäßig abgeschaltet werden und sich nur über einen separaten Download aktivieren lassen. Außerdem wird der Konzern Computerbauern die Möglichkeit bieten, das kommende Betriebssystem Windows Vista nur mit eingeschränkter XPS-Funktionalität (XML Paper Specification) auszuliefern. Das auch unter dem Codenamen "Metro" bekannte XPS hatte Microsoft zuvor als Alternative zu PDF angepriesen.

Dass Adobe mit Macht gegen Microsoft vorgeht, beweist vor allem die immer noch dominierende Marktposition des Unternehmens. Bei anderen Produkten, die eine PDF-Speicherung ohne Aufpreis gestatten, war Adobe bislang großzügiger. Die quelloffene und kostenlose Bürosuite OpenOffice.org zum Beispiel kann Dokumente (wenn sie nicht zu komplex formatiert sind) direkt im Portable Document Format speichern. Beim Apple-Betriebssystem Mac OS X kann sogar jede beliebige Anwendung PDFs sichern, da es Display PDF für die Bildschirmausgabe verwendet. (tc)

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