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Bombige Leistung in mobilen Geräten

15.12.2008 | 00:01 Uhr |

Schnell nutzbare Energie umhertragen zu können, ist eine großartige Errungenschaft. Was mit der Taschenlampe anfing, ist aus der heutigen Welt nicht mehr wegzudenken.

Die gestrige Quizfrage bezog sich auf den Film Zoolander . Die Auflösung auf die Frage, ob und wie die beiden Models an die gesuchten Dateien kommen, war nicht aus dem bei YouTube verlinkten Ausschnitt ersichtlich. Allerdings ist davon auszugehen, dass kein Mac-User, der den Film gesehen hat, jemals vergessen wird, dass die beiden Volldeppen doch tatsächlich den schönen iMac aufbrechen, um an die Dateien zu kommen. "The files are in the computer?" fragt Hansel in der Originalversion. Wem die persönliche Erinnerung des Autoren als Beleg nicht ausreicht, hier noch die schriftliche Bestätigung auf Moviemistakes.com . Da die Dateien im Film übrigens nicht mehr verwendbar sind (deren Wiederherstellbarkeit von der Festplatte sei einmal dahingestellt), wird auf eine Sicherheitskopie zurückgegriffen.

Sprengstoff giffbereit

Wenn man einmal darüber nachdenkt, gerät man gar nicht so selten in Situationen, in denen eine Stange Dynamit, eine Handgranate oder ein Klumpen C4 mit Zünder echt hilfreich wären. Nein, Alltagsprobleme mit Mitmenschen meinen wir natürlich nicht. Es geht eher um spontane Entscheidungen in den kleinen Engpässen.

Muss man zum Beispiel den Wurzelstock eines größeren, leider gefällten Baumes aus dem Garten schaffen, schuftet man locker ein bis zwei Tage fluchend und schwitzend vor sich hin, sofern man nur die üblichen, bezahlbaren Gartengeräte verwendet. Ein Stangerl Dynamit würde das Problem jedoch in wenigen Millisekunden lösen, dabei auch noch das Kind im Manne ansprichen und sogar für entsprechende Klickzahlen bei YouTube sorgen. Ein Sprengsatz ist auch im städtischen Alltag hilfreich, zum Beispiel dürfte er jeden Abschleppunternehmer restlos überzeugen, das Auto sofort und ohne weitere Diskussionen wieder vom Haken zu nehmen. Sogar auf einer Urlaubskreuzfahrt macht eine Handgranate, die auch noch ins kleinste Täschlein passt, allen Piraten klar, dass mit diesen Urlaubern nicht zu spaßen ist. Und in praktisch jeder Kneipe kann man, die richtige Hardware vorausgesetzt, bequem anschreiben lassen. Die unzähligen Gelegenheiten für die Anwendung im Straßenverkehr seien hier gar nicht erst erwähnt.

Während diese hier mit einem Augenzwinkern beschriebenen Szenarien in der Realität natürlich undenkbar sind, und, wenn überhaupt, nur schreckliche Nachrichten auslösen, scheinen die Menschen im Paralleluniversum der Filmwelt exakt so zu leben. Ständig gibt es Explosionen, es brauchen nur zwei Autos ineinander zu krachen, schon erzittert die Erde unter der Wucht der Explosion von einigen Litern Benzin. Völliger Käse.

Beruhigend ist dahingegen die Erkenntnis, dass in praktisch jedem Film, von Scheidungskrieg bis Zombie-Invasion, noch jeder Konflikt bequem durch eine Wasserstoffbombe zu lösen wäre. Eine Vorstellung, die den verängstigten Zuschauer dann doch gut schlafen lassen kann. Doch abgesehen von auch diesem zugegebenermaßen etwas abwegigen Gedankengang ist es doch wirklich auffällig, wie oft im Kino etwas explodiert.

Das Problem der Explosionen im Kino ist, dass sie praktisch allesamt nur Verpuffungen sind. Technisch wird nämlich zwischen Verpuffungen (in verschiedenen Geschwindigkeiten) und Detonationen unterschieden. Was im Film gezeigt wird, ist jedoch die Zerstörungswirkung einer Detonation mit dem optischen Erscheinungsbild einer Verpuffung. Denn die Verpuffungen geben diese schönen Feuerbälle , Detonationen sind meist mächtiger als für den Effekt gewünscht, kleine Ladungen würden keine Feuerbälle ergeben . Natürlich stehen noch größere Explosionen zur Verfügung, doch die braucht dann doch keiner . Die Details sind natürlich komplexer, doch sollte man wissen, dass es im Film praktisch nie echte (gefilmte) Detonationen gibt, und dass die Nutzwirkung von Verpuffungen für die im Film gezeigten Effekte meist niemals ausgereicht hätte.

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