Von Julian Reischl - 16.12.2008, 00:01

Adventskalender, 16. Dezember

Werbung scheint das Wichtigste

Ohne Werbung und Marketing wüssten wir nicht einmal, dass es Apple gibt. Nur wer großes Tamtam macht, hat beste Chancen auf gute Verkaufszahlen.

In der gestrigen Quizfrage haben wir gefragt, in welchem Film Luc Besson mit Christopher Lambert (dem späteren "Highlander") zusammengearbeitet hat. Die richtige Antwort ist Subway, ein frühes Action-Meisterwerk, das zu weiten Teilen in der Pariser Métro spielt.
Das Auftauchen von Macs in Filmen ist nicht zwingend Zufall. Natürlich muss, wie schon mehrfach erwähnt, der Held eines Films ja irgendein Produkt verwenden, soll er in einer Szene vor einem Computer sitzen. Marken ganz neu zu schaffen, nur damit nachher nicht von Product Placement gesprochen werden kann, ist keine Option: Was bei Briefpapier und Klingelschildern gerade noch machbar ist, dürfte bei Fahrzeugen und anderer Hardware zu teuer sein, trotz der tollen neuen Programme da draußen.

Verhandlungen über Produkte

So ergibt sich die Möglichkeit des Product Placement in Filmen. Doch die Bedingungen, zu denen der Held vor einem Macbook oder einem Dell sitzt, beziehungsweise einen Audi oder einen BMW fährt, müssen ausgehandelt werden. Dies ist ein völlig legitimer Vorgang, denn trotz aller noch so sublimen Botschaften, die solch unterschwelliger Werbung vorgeworfen werden kann, entscheidet letztlich immer noch der Kunde, was er kauft. Und niemand möchte sich selbst als weitgehend unmündiges Werbeopfer definieren. Auch besteht im Product Placement kein unerheblicher finanzieller Anreiz für eine Filmproduktion, doch Vorsicht: Das Publikum lässt sich nicht gern für dumm verkaufen.
Es ist also verständlich, wieso im 20. Jahrhundert Werbung und Marketing überhaupt erst entstanden. Unternehmen, die zwar solide Produkte herstellen, aber von Marketing keine Ahnung haben, wenden sich an maßlos überteuerte Werbeagenturen, die um das Produkt dann den entsprechenden "Buzz" schaffen.
Das Erfolgsrezept sämtlicher Werbeagenturen basiert auf der Kenntnis der Prinzipien der Ethologie. Während in der rein biologischen Verhaltensforschung eher Prinzipienforschung betrieben wird, wie zum Beispiel die Wirkung von Schlüsselreizen (daher so viele halbnackte Frauen in der Werbung), konzentriert sich die entsprechende Disziplin der Psychologie eher auf komplexere geistige Vorgänge. Die Werbung nutzt dies (mehr oder weniger geschickt) um eine Botschaft zu übermitteln.
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