Von Julian Reischl - 20.12.2008, 00:01

Adventskalender, 20. Dezember

Filmemachen ohne Kamera

Vor wenigen Jahren schlichen sich die computeranimierten Spielfilme auf die Leinwand, heute ist die Flut dieser Produktionen kaum noch zu überblicken.
In der gestrigen Quizfrage wollten wir wissen, ab welcher Mac-OS-X-Version der Mac wieder eine native Handschrifterkennung an Bord hatte. Die richtige Antwort ist: Jaguar, also Mac OS X 10.2. Die Software "Inkwell" bezeihungsweise "Ink" versteckt sich in den Systemeinstellungen und erscheint automatisch, sobald man ein Grafiktablett an den Rechner anschließt. Die Handschriftenerkennung funktioniert bei sauberer Schrift recht ordentlich, das größere Problem dürfte sein, dass das Vorhandensein eines Computers bei vielen Leuten die Schreibschrift zur Sauklaue verkommen lässt. Die Bedienung von Ink ist allerdings etwas gewöhnungsbedürftig, da das linierte "Papier" erst beim tatsächlichen Schreiben erscheint und sich dann selbständig nach Bedarf vergrößert.

Vom Elektronenhirn verschluckt

Was war das noch für eine Schau, als 1982 Tron in den Kinos lief! Zur Erinnerung: Ein Programmierer wird in das Innere eines Computers "gebeamt" und muss dort zusammen mit anderen "Gefangenen" das böse Betriebssystem besiegen, um überhaupt eine Chance auf Rückkehr in die reale Welt zu haben. Auch wenn ein Großteil der Szenen gar nicht wirklich computeranimiert war, entwickelte sich der Streifen dennoch zu einem Kultfilm, zumindest bezüglich der Computer.
Erst 1995 kam der erste wirklich komplett computeranimierte, abendfüllende Spielfilm in die Kinos: Toy Story. Seine Lauflänge von nur 77 Minuten ist zwar recht dürftig für das Attribut "abendfüllend", doch der Erfolg des Streifens ließ für solche Fragen keine Zeit: Die Abenteuer von Cowboy Woody und dem Space Ranger Buzz Lightyear spielten ihre Produktionskosten um ein Vielfaches wieder ein.
Das Studio, das den Film gemacht hatte, ging nur eine Woche nach dem Kinostart von Toy Story an die Börse, die Aktien schossen durch die Decke. Seinen Besitzer macht der Börsengang zum Milliardär, das Filmstudio unsterblich. Es heißt Pixar, sein Besitzer war damals ein gewisser Steve Jobs. Er hatte 1986 für vergleichsweise lumpige 10 Millionen Dollar eine ehemalige Grafik-Unterabteilung von Lucasfilm gekauft, und die Zusammenarbeit mit Disney ermöglichte dem jungen Studio die Animation von Toy Story.
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