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Immer schön auf die Gesundheit achten

22.12.2008 | 00:01 Uhr |

Seinen Rechner virenfrei zu halten, bereitet dem Mac-User in der Regel keine Kopfschmerzen. Anders geht es da Aliens und Windows-Anwendern.

Die gestrige Quizfrage suchte nach dem richtigen Fachbegriff im Marketing, der die Erforschung neuer Trends bei Jugendlichen bezeichnet. Die richtige Lösung lautet Coolhunting: Der Begriff "cool" dürfte als so ziemlich einziger durch lange Jahrzehnte keine Veränderung der Definition erfahren haben, obwohl sich im Gegensatz dazu natürlich ständig ändert, was wirklich cool ist. Es gibt hier eine interessante TV-Dokumentation zum Coolhunting.

Das Problem sitzt vor dem Bildschirm

Die Gesamtheit der Computernutzer lässt sich bequem anhand ihres technischen Verständnisses unterscheiden. Während ein kleiner, harter Kern immer noch zu glauben scheint, wirklich bald von einem Betonlaster überrollt zu werden, wenn man nicht irgendeine glückselig machende Powerpoint-Präsentation an mindestens 10 Leute weiterleitet, zeichnet sich beim Thema Computerviren ein erschreckendes Bild.

Achtet man im Alltag einmal auf die virenbezogenen Äußerungen in der eigenen Umgebung, wird einem schnell klar, dass entweder ein unheimliches Allgemeinwissens-Defizit zum Thema Viren und Würmer vorliegt, oder dass man nur von Geeks und Nerds umgeben ist.

Es gibt alle Arten von viralem Blödsinn, sowohl digital, als auch real. Fangen wir im richtigen Leben an: Nicht selten erhält man E-Mails von wohlmeinenden Freunden und Bekannten, die einem empfehlen, andere Mails mit einem bestimmten Betreff oder ähnliches keinesfalls zu öffnen, weil dann ein Virus die Festplatte lösche. Auch gibt es immer wieder freundliche Hinweise darauf, dass Microsoft angeblich Geld verschenkt , wenn man nur eine Mail weiterleite. Mails wie diese zählen im Posteingang nicht als Spam, weil sie einem manuell weitergeschickt wurden von Leuten, die es offenbar noch nicht besser wissen. Gut, dass es die schöne "Reply All"-Funktion gibt: Die gesammelten Opfer dieser Mail kann (und sollte) man dann kurz und bündig auf das wundervolle Projekt hoax-info.de hinweisen, wo sich bequem nachschlagen lässt, ob es sich beim angekündigten Schädling um ein Virus, einen Wurm oder einen Scherz handelt, und wo es zu besonders lästigen Gags eigene Extrablätter gibt. Sehr praktisch und lehrreich für die Empfänger.

Manchmal kommen einem auch Logik-Rohrkrepierer unter, wie zum Beispiel die Aussage, dass man keine neuen .exe-Dateien auf dem Rechner gefunden habe, dieser ergo virenfrei sei. Hier muss man natürlich mit Fingerspitzengefühl taktieren und sollte vielleicht dezent auf Wikipedia hinweisen, wo jeder sich bequem zum Thema einlesen können sollte, sowie vorsichtig einen Virenscanner empfehlen - aber nur einen !

Doch ganz ehrlich: Solange es Leute gibt, die tatsächlich nach Google googeln , wird es auch weiterhin wohlmeinende Mails und herzerfrischende Powerpoint-Präsentationen geben.

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