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Von King Kong bis Star Wars: Die Tricks im Film

07.12.2008 | 00:01 Uhr |

Noch vor dem Aufkommen des Computers als unabdingbarem Utensil für alle Aufgaben begann die Tricktechnik, Hollywood komplett umzukrempeln.

Die gestrige Quizfrage, auf welcher Computermesse Sandra Bullocks Figur den entscheidenden Schlag gegen ihre Widersacher landen kann, hat natürlich nur eine richtige Antwort: Die Macworld Expo 1995, die im Moscone Center in San Francisco stattfand. Die Recherche im Internet dürfte leicht gewesen sein, dieser Blogger hier berichtet sogar, dass sein Kopf im Film zu sehen sei .

Als ein junger George Lucas 1977 nach langer vergeblicher Suche nach einem Studio, das sein eigentümliches Filmprojekt stemmen wollte, mit Star Wars (Episode IV ) das Kino von Grund auf revolutionierte, hatte er dies weniger seiner Geschichte, sondern viel eher den revolutionären Effekten seiner eigenen Trickfirma zu verdanken.

Raumschiffe, Lichtschwerter und das Ding aus einer anderen Welt

Plötzlich war es möglich, Raumschiffe durchs All zu schicken, Aliens herumlaufen zu lassen, Lichtschwertduelle und Laserschüsse zu zeigen: Raketentriebwerke sahen nicht mehr aus wie Wunderkerzen in Blechbüchsen und Kreaturen nicht mehr wie Japaner in Godzilla-Kostümen, sondern waren plötzlich absolut realistisch. Zwar hatte schon neun Jahre zuvor Stanley Kubrick mit 2001 - Odyssee im Weltraum wirklich geniale Tricktechnik vorgeführt (und kurz darauf sein Effektspezialist Douglas Trumbull ebenso mit seinem eigenen Film Lautlos im Weltraum ), doch einerseits war praktisch ganz 2001 in England gedreht worden und zum anderen sprach er nicht unbedingt die Zielgruppe an, die massenhaft ins Kino strömt. Auch waren Spezialeffekte damals derart teuer und aufwändig, so dass keine normale Produktion sich ohne triftigen Grund auf dieses Gebiet wagen wollte. Klassiker wie Tarantula , 20.000 Meilen unter dem Meer oder natürlich King Kong blieben natürlich im Bewusstsein der Zuschauer - und erweckten bei den Produzenten anhand der neuen Möglichkeiten wieder ganz neues Interesse.

Im Kino begann eine neue Ära, denn plötzlich war scheinbar alles machbar. Dies führte zu einer Unzahl von Filmen, deren Schwerpunkt weit stärker auf Effekten denn auf einem ausgefeilten Drehbuch beruhte. Die Filme wurden verspielte, teilweise ziemlich selbstverliebte, aber praktisch durch die Bank harmlose Werke. War den putzigen Gremlins noch relativ leicht Herr zu werden, so richteten auch die brutaleren Critters auch keinen wirklich ernsthaften Schaden an. Deutlich heftiger ging es dank der neuen Tricktechnik nur bei relativ wenigen ernsthafteren Filmen zur Sache: So war mit den Aliens nicht wirklich zu spaßen, und Das Ding aus einer anderen Welt sorgte für eine gewaltige Zahl ausgefallener Schlafstunden. Die erste Version des "Dings" von 1951 ( Trailer ) wirkte nun vergleichsweise lächerlich.

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