Von Halyna Kubiv - 06.12.2012, 00:05

Adventskalender

Apple-Heads, 6.12.: Scott Forstall – der gefallene Prinz

Kaum eine Pressemitteilung von Apple hat in diesem Jahr so viel Aufsehen erregt wie die vom 29. Oktober. Tim Cook hat darin die Öffentlichkeit darüber informiert, dass Apple fortan mehr auf die Integration von drei Abteilungen – Software, Hardware und Dienste – setze und deswegen die Führungsriege umstrukturiere. Bob Mansfield, Eddy Cue und Jonathan Ive bekommen neue Aufgaben, Scott Forstall wird Apple zum Jahresende verlassen.
Apple hat auch in der Steve-Jobs-Ära qualifizierte Mitarbeiter verloren: Bertrand Serlet, Vizepräsident der Softwareabteilung, ging 2011, sein Vorgänger auf der Position, Avie Tevanian, ging 2006. Mark Papermaster, ehemaliger Vizepräsident der iPhone-Abteilung, musste nach „Antennagate“ 2010 gehen. Doch die Kündigung von Scott Forstall schlug deutlich höhere Wellen in der Presse. Das war die erste große Umstrukturierung bei Apple seit dem Tod von Steve Jobs.

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Zudem hat Tim Cook einen wichtigen und bekannten Top-Manager gefeuert. Die Gerüchteküche munkelte, dass Forstall eine Entschuldigung zu dem Karten-Desaster nicht unterschreiben wollte; deswegen musste er gehen. Doch das Zerwürfnis liegt nicht nur an der schlechten Karten-App. Scott Forstall war eine polarisierende Persönlichkeit bei Apple. Manche nannten ihn den direkten Erben von Steve Jobs. Forstall war zumindest für die Rolle eines Ziehsohns von Jobs perfekt.

Auflösung der Frage vom 5. Dezember

Richtig war die dritte Antwort-Möglichkeit: Ronald G. Wayne hatte Apple verlassen, als das Unternehmen nur aus drei Personen bestand, Markulla ersetzte ihn als dritte Kraft nach den beiden Steves. Die Nummerierung wurde erst später eingeführt.
Nach seinem Studium an der Universität von Stanford, mit einem exzellenten Abschluss natürlich, startete Forstall bei Next. Nach dem Kauf von Apple 1996 wechselte er mit Jobs zu dem Mac-Hersteller und war fortan in der Mac-OS-Abteilung tätig. Zu den ersten Erfolgen von Forstall bei Apple gehört das Betriebssystem Mac-OS X. Forstall war der leitende Designer bei der Entwicklung der neuen Aqua-Oberfläche, die mit dem System veröffentlicht wurde. Steve Jobs sagte bei der Präsentation des neuen Systems: „Wir haben diese Oberfläche mit der Idee entwickelt, man will sie gleich schlecken, sobald man sie sieht“.
2005 machte Forstalls Karriere bei Apple einen weiteren Sprung nach oben. Das neue Smartphone, das iPhone, war bereits in der Entwicklung, und bei Apple stand man vor dem Problem des Operationssystems, das auf dem kleinen Gerät laufen sollte. Zwei Abteilungen boten Lösungen: die iPod-Abteilung – mit Tony Fadell an der Spitze – wollte das iPod-Betriebssystem ausbauen und an das iPhone anpassen. Die Mac-OS-Abteilung mit Scott Forstall wollte ein vollwertiges Unix-basiertes System mit angepassten Funktionen auf dem iPhone installieren. Forstall und sein Team schafften es, das entschlackte Mac-OS auf dem iPhone zum Laufen zu bringen, und Steve Jobs hat sich für dieses Konzept entschieden.
Ehemalige Apple-Mitarbeiter berichten, dass Scott Forstall in vielen Aspekten seinen Ziehvater nachahmte. Bei einigen Keynotes trug er, wie sein Vorbild, Jeans und einen schwarzen Rollkragenpullover. Auch im Führungsstil war Forstall dem Jobs der 80er Jahre sehr ähnlich. Die Mitarbeiter, die mit ihm zu tun hatten, nannten ihn „das leitende A-loch“. Und das war eher als Kompliment gemeint. Nachdem Forstall bei Apple die iOS-Abteilung übernommen hatte, stieg sein Einfluss weiter an. Neue Hardware wie etwa eine bessere Kamera oder Ähnliches konnte nur mit seinem Einverständnis in ein iPhone eingebaut werden, weil die iOS-Abteilung erstmal die Unterstützung für die neuen technischen Merkmale entwickelte. Forstall und seine Ingenieure galten als besessen. Das waren die Angestellten, die freiwillig Apples Freibier-Abende jeden Freitag absagten, um noch eine Code-Session einzulegen. Das waren auch die Mitarbeiter mit den meisten Kantinengutscheinen für geleistete Überstunden. Forstall hat für seine Abteilung die Piraten-Philosophie von Jobs' Macintosh-Abteilung übernommen: „Wir gegen alle“.
Genauso polarisierend waren die Beziehungen zwischen Forstall und anderen Managern bei Apple. Manche von ihnen wie Jonny Ive wollten mit Forstall keine gemeinsamen Termine, bis auch Jobs oder später Tim Cook am Tisch saß. Der Apple-Gründer konnte die Energie seines Ziehsohnes noch einigermaßen steuern. Nach seinem Tod war es vielen bei Apple klar, dass es früher oder später zu einem Zerwürfnis kommen würde. Das erste Zeichen dafür hat Scott Forstall selbst geliefert: Im Mai 2012 verkaufte er fast alle seine Apple-Aktien. Im September war er noch auf der Bühne für die iPhone-5-Vorstellung, am 23. Oktober leitete Phil Schiller die iPad-Mini-Präsentation fast alleine, Forstall war nicht mehr zu sehen. Eine Woche später kam die offizielle Pressemitteilung, dass Scott Forstall bei Apple keine leitende Funktion mehr innehabe.

Frage: Wie hieß die Oberfläche des Mac-Betriebssystems vor dem von Forstall entwickelten Aqua?

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