873580

Änderung des Urheberrechts: "Vervielfältigungssteuer" geplant

06.09.2000 | 00:00 Uhr |

Die Bundesregierung plant nach einem Bericht der
«Berliner Zeitung» eine drastische Abgabe auf nahezu alle modernen
Computer, Telekommunikationsgeräte sowie Internet-Anwendungen. Das
Blatt (Mittwoch) beruft sich dabei auf eine Empfehlung von
Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) zur Änderung des
Urheberrechtsgesetzes. Demnach sollen künftig die Hersteller aller
digitalen Geräte, die sich zur Vervielfältigung oder Übermittlung von
Daten eignen, eine pauschale Vergütung entrichten. Dies beträfe neben
CD-Brennern auch Drucker, Festplatten, Modems oder ISDN-Anlagen.

Nach Berechnungen der Industrie würden diese Geräte durch die
Gebühr um bis zu 30 Prozent teurer. Bislang werden dem Bericht
zufolge solche Urheberrechtsabgaben nur auf schnelle Kopiergeräte,
Fax-Geräte und Scanner erhoben. Sie betragen demnach je nach
Vervielfältigungsgeschwindigkeit zwischen 75 und 600 Mark pro Gerät
und kommen so genannten Verwertungsgesellschaften zu, die das Geld
für Autoren von Texten, Filmbeiträgen oder Musiktiteln einsammeln.
Die Computer-Industrie laufe gegen das Vorhaben Sturm, schreibt das
Blatt weiter. «In keinem anderen Land der Welt wird über eine derart
weit reichende Regelung nachgedacht», sagte Jörg Menno Harms,
Vizevorsitzender des Bundesverbandes Informationswirtschaft,
Telekommunikation und Neue Medien (Bitkom) der Zeitung.
dpa

0 Kommentare zu diesem Artikel
873580