971494

Ärzte kritisieren Gesundheitskarte

18.06.2007 | 10:52 Uhr |

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund kritisiert die geplante elektronische Gesundheitskarte. In einem Interview mit dem „Focus“ warnt Hauptgeschäftsführer Armin Ehl vor einem möglichen Datenmissbrauch.

© Marburger Bund

Dem Nachrichtenmagazin sagte Ehl: „Bei niedergelassenen Ärzten ist die Skepsis schon groß, bei Ärzten in den Kliniken wächst sie deutlich.“ Die Ärzte würden die elektronische Gesundheitskarte, die Informationen über Krankheiten, Veranlagungen oder verschriebene Medikamente speichern soll, in der jetzigen Form ablehnen.

Ein Datenmissbrauch sei nicht auszuschließen, so Ehl. Er warnte davor, dass Versicherer und Arbeitgeber möglicherweise Gründe fänden, um Informationen wie Krankengeschichte oder genetische Veranlagungen abzufragen. „Die Daten aus der Lkw-Maut könnten auch für die Ringfahndung genutzt werden“, meinte der Hauptgeschäftsführer des Marburger Bundes .

Christiane Groß von der Ärztekammer Nordrhein-Westfalen warnt indes vor möglichen Fehleingaben: „Bei elektronischer Speicherung kann ein Zahlendreher in Diagnosen enorme Folgen haben. Wer kontrolliert die Angaben, und wie lassen sich Fehler überhaupt wieder entfernen?“ Die Medizinerin spricht sich dafür aus, den Patienten die Daten persönlich zu übergeben, „etwa auf einem Memory-Stick oder einer CD“.

0 Kommentare zu diesem Artikel
971494