923220

Airport ohne Schlafstörungen

21.06.2004 | 16:57 Uhr |

WLANs gehören immer mehr zum täglichen Leben, sind gesundheitlich aber nicht unumstritten. Ein kurzer Blick auf mögliche Gefährdungen.

Bisher diente Airport dem Macianer vor allem als Mittel zum drahtlosen Surfen. Nicht zuletzt mit Apples Airport ist aber die Nutzungsintensität stark gestiegen. Im Internet-Cafe sitzt man im Empfangsbereich eines WLAN-Routers, das Büro ist drahtlos vernetzt und im Wohnzimmer soll jetzt Apples neuer Musik-Sender Airport Express für Unterhaltung und Hintergrundmusik sorgen. Grund genug, sich auch über die potentiellen Gefahren Gedanken zu machen.
Hersteller von WLAN-Geräten und Notebooks sehen die potentielle Gefährdung als unerheblich an, einige Verbraucherverbände befürchten Gehirntumore und weitere Schäden. Aus dem Berg an Studien und Gegenstudien bleibt eigentlich nur noch der Rückgriff auf die vom Gesetzgeber und eifersüchtigen Parteien überwachten Umweltreferate. Recht aktuell ist eine Studie des ECOLOG-Instituts , die im Auftrage des Landes Nordrhein-Westfalens die Forschungslage Ende 2003 sichtete.
Entscheidend für den Grad der Belastung ist die so genannte Leistungsflussdichte, die man objektiv messen kann. Die Leistungsflussdichte ist die vom Körper empfangene Dosis an Feldern im Mikrowellenbereich. Offiziell empfohlen werden von der Strahlenschutzkommission Werte von unter 10 W/m2. Bei höheren Werten sind thermische Schäden eindeutig nachweisbar, wissenschaftlich unbewiesen sind schädliche Wirkungen bei niedrigeren Werten. WLAN-Nutzer sind (im Gegensatz zu Handy-Nutzern) beruhigend weit unter dieser offiziellen Marke. Ein Notebook mit WLAN-Karte erreicht bis zu 0,1 W/m2 und ein Accesspoint etwa 0,01 W/m2 (bei zwei Meter Abstand). Zum Vergleich: bei Nutzung eines Handys sind Werte von über 12 W/m2 messbar. Einige neuere Studien weisen allerdings auch bei niedrigen Werten Befindlichkeitsstörungen wie Schlafstörungen nach, umstritten ist eine Störung des Immunsystem.

Die Studie kommt zu einem eher kritischen Schluss: "Bei den an Endgeräten, wie Desktop-Computer und Notebooks, gemessenen Leistungsflussdichten von 0,01 bis 0,1 W/m2 sind nach Einschätzung des ECOLOG-Instituts auf der Basis der vorliegenden wissenschaftlichen Befunde Befindlichkeitsstörungen und Beeinflussungen kognitiver Funktionen nicht auszuschließen. Auch scheint eine Verstärkung der Zellproliferation und damit potenziell ein Einfluss auf die Entwicklung von Tumoren möglich." Eine Gesundheitsschädigung lässt sich nicht beweisen. Da man sie aber nicht ausschließen kann, rät das Institut zur Minimierung der Belastung:
Potentiell gefährlich sind bei WLANs offenbar die körpernah installierten Antennen in einem Notebook. Kommunizieren dagegen wie bei Airport Express Mac und Stereoanlage miteinander, ist die Entfernung zum Anwender weit größer. Interessant ist auch die Einschätzung von UMTS und Bluetooth. Bei Bluetooth ist die Belastung geringer, bei UMTS weit höher. Aus Forschersicht ist also das Surfen per Hotspot unbedenklicher als mit UMTS.
Sollte man nun aus Gesundheitsgründen auf den bequemen drahtlosen Funk verzichten? Dazu besteht bisher kein Anlass. Gesundheitsbewußte Nutzer sollten allerdings den WLAN-Router nicht unbedingt im Schlafzimmer aufstellen und bei Nichtgebrauch ausschalten. Will man sicher gehen, ist das gute alte Ethernet-Kabel am unbedenklichsten.

Sorgt man sich um die Schädlichkeit seiner Computeranlage, ist Wireless-LAN wohl sowieso nicht die größte Gefahrenquelle.
So kam das deutsche Magazin Oekotest in einem Vergleich von acht Notebooks zu recht bedenklichen Ergebnissen. Unter Maßgabe der schwedischen TCO-Norm für Bildschirmarbeitplätze produzierten sieben der acht Geräte auch ohne WLAN-Karte bereits zu viel Strahlung (gemessen wurden elektrische Wechselfelder im niederfrequenten und hochfrequenten Strahlungsbereich). Besonders schlecht schnitt dabei übrigens das Modell Inspiron 510m von Dell ab. Das einzige "saubere" Gerät war dagegen ein iBook von Apple.

Fazit

Ein iBook plus Airport Express ist trotz starker Funkleistung offensichtlich unbedenklicher als jedes Handy.

0 Kommentare zu diesem Artikel
923220