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Aktionäre kritisieren T-Online-Übernahme durch Telekom

26.04.2005 | 14:48 Uhr |

Das Vorgehen der Deutschen Telekom bei der geplanten Wiedereingliederung der Tochterfirma T-Online in den Mutterkonzern ist bei Aktionären auf zum Teil scharfe Kritik gestoßen.

Verschiedene Vertreter von Privatanlegern forderten am Dienstag auf der Hauptversammlung der Telekom in Hannover einen fairen Umgang mit Kleinaktionären. Das Barangebot und Tauschofferte bezeichnete der Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Carsten Heise, als «unfair» und als ein «absolutes Minimalangebot».

Im Zusammenhang der Verschmelzung des größen europäischen Internetanbieters hatte die Telekom ein Barangebot von 8,99 Euro und ein Umtauschrelation von 0,52 T-Aktien für eine T-Online geboten. Das ist rund ein Drittel des Preises (27 Euro), den die Anleger beim Börsengang der Telekom-Tochter im Frühjahr 2000 auf den Tisch geblättert hatten. «Ihr Vorgehen bringt Schaden für die Aktienkultur in Deutschland mit sich», sagte Lars Labryga von der Schutzgemeinschaft der Kleinanleger (SdK). Die T-Online-Aktionäre seien ausgeplündert worden. Ricke hatte auf dem Aktionärstreffen zuvor die Wiedereingliederung von T-Online als ein Kernelement bei der strategischen Neuausrichtung bezeichnet. Für das neue Geschäftsfeld Breitband/Festnetz hat T-Online eine herausgehobene Bedeutung. Mit der Bündelung will die Telekom ihre Kundenbeziehungen stärken und den Geschäftsrückgängen im traditionellen Festnetzgeschäft entgegen wirken. Die T-Aktionäre müssen der Integration von T-Online aber nicht mehr zustimmen. Die Telekom hält bereits mehr als 90 Prozent an ihrer noch börsennotieren Tochterfirma.

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