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Aktionärstreffen in Cupertino: Fragen an Steve Jobs

05.03.2008 | 12:59 Uhr |

Wer Apple-Aktien besitzt, den lud Apple gestern zum jährlichen Treffen der Anteilseigner nach Cupertino ein. Steve Jobs und eine Reihe von Führungskräften standen dort einem bunt gemischten Publikum Rede und Antwort und plauderten sowohl über kurzfristige Ziele als auch über die Zukunftspläne des Unternehmens: Asiatische Märkte will Apple noch in diesem Jahr erobern, Computerspielen steht auch weiterhin nur eine untergeordnete Rolle zu und im iPhone-SDK liegen große Hoffnungen.

Apples Verwaltungsrat und zahlreiche Führungskräfte waren gekommen, um sich den Fragen der Anleger und Medienvertreter zu stellen: neben Jobs und COO Tim Cook auch der neue Senior Vice President Daniel Cooperman, Bill Campbell, Al Gore, Eric Schmidt von Google und viele mehr. Alleine die Avon-Chefin Andrea Jung ließ sich entschuldigen, für ihre Wahl allerdings spendeten die anwesenden Aktieninhaber dem Aufsichtsrat Applaus. Zunächst mussten die Anteilseigner über zwei Anträge abstimmen: Einer hatte Erfolg, die Aktieninhaber sollen sich nun einmal im Jahr zu den Gehältern der Führungskräfte äußern, ein anderer scheiterte: Eine Organ zur Überwachung globaler Fragen wird nicht gegründet.

Die Spielkinder sitzen bei Microsoft

Richtig spannend wurde es erst, als Steve Jobs das jährliche Frage- und Antwort-Spiel eröffnete: Neugierig zeigten sich nicht nur zahlungskräftige Investoren, auch Schüler und andere Kleinanleger durften Fragen stellen. Jobs und sein Team antworteten bereitwillig, verrieten dabei aber wie gewohnt so wenig wie möglich. Auf die Frage allerdings, warum Apple sich nicht stärker im Markt für Computerspiele engagiert, hatte der Apple-Chef eine recht klare Antwort: Zwar verwies er auf den Wiedereinstieg von Electronic Arts in die Entwicklung für den Mac und auf die Unterstützung Apples für Spieleentwickler, beispielsweise den World-of-Warcraft-Hersteller Blizzard - man habe aber keinesfalls vor, zu Microsofts Position im PC-Spielemarkt aufzuschließen. Über den Mac hinaus werde das SDK für iPhone und iPod touch zudem neue Möglichkeiten für Spieleentwickler eröffnen.

Mehr .Mac noch in diesem Jahr

Auf die Frage, was Apple in Zukunft mit .Mac vorhabe, stellte Jobs im Rahmen des Abonnements mehr Online-Applikationen in Aussicht, die noch in diesem Jahr erschienen - auch fürs iPhone. Den Aktieninhaber, der seine Frage mit dem Wunsch verknüpft hatte, per .Mac zu bloggen, verwies der Apple-Chef ebenfalls aufs iPhone-SDK: Für das Mobiltelefon könnten Dritthersteller bald Blogging-Software anbieten, wenn Apple das nicht sogar selbst tue. Jobs schlug ihm vor, Cocoa zu lernen und doch selbst eine Blog-Software fürs Handy zu schreiben.

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Der Videoverleih im amerikanischen iTunes Store ist noch nicht so weit, wie Apple das gerne hätte, musste Jobs zugeben: Die Filmstudios hätten den versprochenen Content nicht schnell genug eingepflegt, anstatt 1000 Filmen bis Ende Februar finde man dort immer noch nicht mehr als 600. Die Musik-Labels allerdings hätten im ersten Jahr des iTunes Store dieselben Schwierigkeiten gehabt, das sei Apple schon gewohnt und kein Grund zur Beunruhigung. Auch die Qualität ließe bei manchen Titeln noch zu wünschen übrig. Die Studios arbeiten aber daran, insbesondere die Qualität der Filme zu verbessern, die bereits herausgekommen sind, bevor überhaupt jemand an die Distribution per Internet gedacht hat. Auch müssten die Studios noch eine Menge Rechtefragen klären: Viele Filme dürften sie zwar auf DVD vertreiben, bislang aber noch nicht als Downloads.

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