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Aktionärsversammlung: Steve Jobs steckt ein und teilt aus

11.05.2007 | 13:35 Uhr |

Das Apple-Management musste sich gestern auf der jährlichen Aktionärsversammlung des Unternehmens in Cupertino der Kritik von Anlegern stellen. Vor allem der Skandal um rückdatierte Aktienoptionen sorgte für Unmut. Apple kann aber auch austeilen.

So sagte etwa Brandon Reese von der Gewerkschaft AFL/CIO, dass Rückdatierungen gegenüber Aktionären ungerecht wären, weil diese "nicht durch die Zeit reisen können, um zu günstigeren Kursen zu kaufen." Steve Jobs hat er aufgefordert, die nicht stimmberechtigten Aktien zurück zu geben, die der Apple-CEO im Eintausch mit in der Zwischenzeit wertlos gewordenen Optionen erhalten hatte. Steve Jobs verteidigte sich damit, dass seine Optionen ursprünglich im August 2001 gewährt wurden, erst aber im Oktober 2001 zu einem höheren Preis wirksam wurden: "Ich habe die Firma nicht darum gebeten, mich zu entschädigen." Vorwürfe des ehemaligen Finanzchefs Fred Anderson, Steve Jobs habe mehr über die inkorrekte Vergab von Aktien gewusst, wies der Apple-CEO zurück und verlas stattdessen ein Statement der Börsenaufsicht, die dem Mac-Hersteller bescheinigte, bei der Aufklärung des Falls "außerordentlich kooperativ" zu sein.

Apples Offensive in Sachen Umweltschutz mit Steve Jobs' offenen Brief "A Greener Apple" hat seine Wirkung auf die Aktionärsversammlung gezeigt. Zwei Anträge in Umweltfragen haben die Antragssteller noch vor einer Abstimmung zurückgezogen, Fragen zu Apples Unweltpolitik bleiben weit gehend aus. Jobs nutzte jedoch die Gelegenheit, Greenpeace für seine Kampagne der letzten Monate zu kritisieren: Die Organisation hänge zu sehr am Prinzip und richte sich weniger nach Fakten. "Ihr bewertet Leute nach ihren Plänen in der fernen Zukunft, anstatt zu schauen, was sie heute machen," richtete Jobs harsch Worte an die Umweltschützer. Es wäre sehr hilfreich, wenn Greenpeace ein paar Ingenieure mehr anheuern würde, um in Zusammenarbeit mit den Herstellern herauszufinden, was diese wirklich machen. Greenpeace solle nicht auf "blumige Worte" mancher Hersteller hören, die in Wirklichkeit gar keine Maßnahmen zum Umweltschutz ergreifen.

"Der Leopard ist das Warten wert," erklärte Jobs schließlich die Verspätung des kommenden Mac-Betriebssystems. Seine Ressourcen könne Apple nicht beliebig erhöhen, mit ein Grund für die Innovationskraft des Unternehmens sei schließlich die Sorgfalt, mit der man Mitarbeiter auswähle. Einen Seitenhieb auf den Konkurrenten aus Redmond konnte sich der Apple-CEO nicht verkneifen: "Ich wünschte, Produkte zu entwickeln sei so leicht, wie einen Scheck auszustellen. Wenn das so wäre, hätte Microsoft großartige Produkte." Der Einstige in den Mobiltelefonmarkt sei für Apple nicht einfach: "Wir sind Anfänger und haben viel zu lernen." Zum Vergleich: Weltweit wurden 2006 135 Millionen MP3-Player und 200 Millionen PCs verkauft, hingegen aber eine Milliarde Mobiltelefone. Apple ringe noch mit der Entscheidung, Dritthersteller Software für das iPhone entwickeln zu lassen, klärte Jos über den Stand der Dinge auf.

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