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Alle Firmen sollen ihre Songs online anbieten

12.08.2002 | 10:23 Uhr |

Im Konkurrenzkampf mit illegalen Musikangeboten im Internet sollte die Musikbranche nach Meinung des Chefs der deutschen Plattenfirma edel, Jörg Hellwig, schnell ein gemeinsames Webportal entwickeln. "Wir müssen ein großflächiges Angebot schaffen, denn dem Endverbraucher ist es egal, bei welchem Label er kauft", sagte der Geschäftsführer des unabhängigen Labels edel records in einem dpa- Gespräch in Hamburg wenige Tage vor dem Branchen Treff PopKomm in Köln.
Ein solches Angebot müsste alle Songs aller Interpreten zum Herunterladen bereitstellen. "Es ist nicht sinnvoll, wenn der einzelne Hersteller nur seine Songs anbietet", sagte Hellwig mit Blick auf verschiedene bestehende Angebote der Musikfirmen. Der Marktführer Universal war am vergangenen Freitag mit seiner Plattform popfile.de online gegangen, auf der 5000 Songs aus dem Universal-Repertoire zum Download bereit stehen - für 99 Cent pro Song. Hellwig hält das für einen guten Preis. "Diese Initiative ist unterstützenswert." Das illegale Herunterladen von Musik aus dem Internet sowie das Brennen von CDs hat auf dem deutschen Musikmarkt im vergangenen Jahr einen Umsatzeinbruch von mehr als zehn Prozent verursacht. Dass sich die Plattenfirmen trotz solch dramatischer Zahlen bisher noch nicht auf ein gemeinsames Angebot einigen konnten, sondern alle ihre eigenen Portale entwickeln, liegt laut Hellwig an den meist internationalen Mutterkonzernen. Es sei natürlich schwer, Jugendliche von den Tauschbörsen und vom Brennen abzuhalten, "man muss ihnen aber zumindest etwas anbieten. Es muss legale Angebote geben und eine rücksichtslose Verfolgung des Missbrauchs", sagte Hellwig. Zudem setzt Hellwig weiterhin auf auf die häufig schon totgesagte CD und kramt nach eigenen Worten als erster in der Branche die gute alte Single wieder aus. "Es ist dumm, wenn die Industrie behauptet, der physische Tonträger sei tot." dpa

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