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Galileo-Konkurrenz: iPhone 4S unterstützt neben GPS auch Glonass

21.10.2011 | 13:17 Uhr |

Erste Satelliten des europäischen Satellitennavigationssystems Galileo umkreisen ab heute die Erde - von Oberpfaffenhofen aus kontrolliert. Es ist nicht ausgeschlossen, dass das iPhone das System bald als Alternative zu GPS nutzt - schon heute versteht es das russische System Glonass.

Seit dem iPhone 3G hat das Apple-Smartphone einen GPS-Chip eingebaut, der seinen Nutzern den Weg weist - mit Hilfe von Navigationssatelliten. Bis vor kurzem war das US-System GPS (Global Positioning System) der alleinige Anbieter der Navigationsservices für das iPhone. Seit der Vorstellung des iPhone 4S gibt Apple auch an, das neugestartete russische Navigationssystem Glonass zu unterstützen. Mit den zusätzlichen 21 Satelliten, die Glonass in den Orbit geschickt hat, verbessern sich die Positionsbestimmung und Zeitmessung der Navigationsgeräte.

Glonass ist derzeit eine einzige funktionierende Alternative zu GPS. Die erste Generation des Systems (damals noch Zykada - russisch für Zikade) wurde noch in den 70er Jahren in der UdSSR entwickelt. Durch politische und finanzielle Umbrüche in Russland Anfang der 90er wurde die Finanzierung des Systems weitgehend abgestellt. Erst seit 2001 unterstützt die russische Regierung verstärkt die Weiterentwicklung von Glonass. In den letzten Jahren ist das Navigationssystem zu einem Vorzeigeprojekt für das Regierungsduo Medwedew und Putin geworden.

In diesem Lichte kann man den überraschenden Besuch des noch amtierenden russischen Präsidenten Dmitri Medwedew bei Steve Jobs im letzten Sommer sehen . Medwedew ist bekennender Fan neuer Technologien, er besitzt einen aktiv genutzten Twitter-Account, ein iPad und ein iPhone. Das Apple-Smartphone hat ihm beim Besuch in Cupertino Steve Jobs geschenkt. Dass die Lobby-Arbeit in Sachen Glonass erfolgreich war, konnte man noch am Beispiel des CDMA-iPhone für Verizon sehen, das Apple im Januar dieses Jahres vorgestellt hatte. Für die Unterstützung der beiden Navigationssysteme ist das Qualcomm Chipset MDM6600 (im CDMA-iPhone 4) und die verbesserte Version MDM6610 ( in iPhone 4S ) verantwortlich.

Die Wahl des richtigen Chips kann für Apple den Vertrieb von iPhones immens erleichtern. Letztes Jahr hat die russische Regierung bekannt gegeben, dass die Smartphones ohne den Glonass-fähigen Chip für den Import nach Russland gesperrt werden .

Der Hersteller Qualcomm gibt leider nicht bekannt, ob seine Chips auch andere Navigationssysteme unterstützen. Die Konkurrenz aus Europa wie z. B. STMicroelektronics aus der Schweiz stellt die Hybrid-Chips her, die schon jetzt neben GPS und Glonass eine Unterstützung für Galileo und QZSS (eine japanische Alternative für GPS) bieten.

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