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Alternativen zu MS-Office, fünfter Teil

25.11.2002 | 10:57 Uhr |

Zum Abschluss unserer Serie beschäftigen wir uns mit Einzelkämpfern im Büro-Mehrkampf, Formatfragen und Open Office.


Mac-Anwender haben seit jeher Vorbehalte gegen Microsoft. Die Ablehnung des Betriebssystems aus Redmond führt nicht selten zur Entscheidung, das Office-Paket des gleichen Herstellers nicht auf den Mac zu installieren. Wie es trotz Quasi-Monopol von MS Office auch ohne Microsoft geht, beleuchten wir in einer Serie auf Macwelt.de

Von Jörn Müller-Neuhaus

Neben den drei bereits besprochenen Programmpakten erweisen sich auch andere Tools als Alternative zu MS Office. So steht ein Konkurrent vor dem Comeback, der es schon einmal mit Microsofts Quasi-Monopol aufgenommen hat. Gegen Ende der Neunziger stellte die Hamburger Star Division die Entwicklung der Mac-Version von Star Office ein, Firma und Software hat dann Sun Microsystems übernommen. Während für Windows der neue Eigner Star Office weiter entwickelt hat, können sich Macianer erst nach ihrer Migration auf Mac-OS X mit der Open-Source-Variante des Pakets vertraut machen.
Im derzeitigen Stadium der Entwicklung greift die Mac-OS-X-Portierung weder auf die Quartz-Oberfläche zurück, noch lässt sich die Software im Alltag nutzen. Seitdem Open Office für den Mac von der Alpha- offiziell in die Beta-Phase eingetreten ist, lassen sich wenigstens Dokumente sichern und einige Drucker ansprechen (siehe auch: Neue Mac-Beta von Open Office ). In den nächsten Monaten könnte sich jedoch Open Office zu einer Alternative zu MS Office entwickleln.

Die Einzelkämpfer im Büro-Mehrkampf


Wer eigentlich gar keine Office-Suite, sondern lediglich einzelne Programme, etwa für Textverarbeitung oder Tabellenkalkulation benötigt, sollte auch die folgenden Programme in die Wahl einbeziehen:

Nisus Writer 6.5.1

: Leistungsstarkes und nicht ganz billiges Textverarbeitungs- und Verwaltungsprogramm, das auch in einer deutschen Version vorliegt und sich durch besonders vielfältige Möglichkeiten zur Manipulation von Text auszeichnet. Makros, Index- und Gliederungsfunktionen, Textbausteine und eine hervorragende Unterstützung mehrsprachiger Dokumente sind nur einige der Highlights von Nisus Writer. Schade ist nur, dass Nisus zwar auf die DataViz-Exportfilter zurück greift, aber der Import von Word-Dokumenten nicht funktioniert. Nachdem der Hersteller den Konkurrenten Okito übernommen hat, firmiert dessen Programm Okito Composer als Nisus Writer für Mac-OS X ( Macwelt.de berichtete )

Mariner Calc

ist eine kleine Tabellenkalkulation, die man für 70 Dollar von der Website des Herstellers, Mariner Software herunterladen kann. Es gibt Versionen für Mac-OS X und das klassische Mac OS. Beide bieten einen erstaunlichen Funktionsumfang, Charts generiert das Programm aus den daten jedoch nicht. Ärgerlich ist auch, das Mariner Calc zwar Excel-Dateien exportieren, sie aber nur eingeschränkt selbst lesen kann: Reine Tabellen ohne Formeln, also etwa Adressenlisten werden einwandfrei und inklusive verschiedener Arbeitsblätter importiert, aber sowie eine Formel in der Excel-Datei versteckt ist, endet der Importversuch mit einer leeren Dokumentenseite. Von Mariner Software gibt es übrigens auch eine kleine Textverarbeitung Mariner Write in einer ähnlichen Preisklasse.

Formatfragen


Unabhängig davon, mit welchem Programm man seine Arbeit erledigt, ist die Frage nach der Dateikompatibilität immer gegeben. Im Idealfalle arbeiten natürlich der Sender und der Empfänger einer Datei mit demselben Programm und können sie direkt Dateien im Programmformat austauschen. Nun ist der Idealfall im richtigen Leben eher die Ausnahme, daher hilft es, zu wissen, welche Formate zum Dateiaustausch geeignet sind.MS Office-Formate. Hier sind vor allem das Textformat ".doc", das Excel-Format ".xls" und das PowerPoint-Format ".pps" zum plattformübergreifenden Quasi-Standard geworden. Um diese Dateien zu öffnen oder auch zu sichern, müssen entweder die Microsoft-Programme oder eines der von uns vorgestellten Office-Programme installiert sein. Ob die Dateien dann vom Empfänger korrekt geöffnet werden, hängt auch davon ab, ob auf dem Rechner dieselben Schriften installiert sind, mit denen das Dokument erstellt wurde. Ist das nicht der Fall, geht das originale Layout in jedem Falle verloren. Es empfiehlt sich also, in jedem Falle darauf zu achten, dass Dateien, die an andere versandt werden, keine exotischen Schriften enthalten.Das RTF-Format. Ein universelles Austauschformat für Textdokumente, bei dem Formatierungen, Auszeichnungen und Schriftarten erhalten bleiben. RTF wird von praktisch jedem Textprogramm unterstützt und bietet sich so als Dateiformat an, das mit großer Sicherheit von jedem Computernutzer geöffnet und editiert werden kann, unabhängig von der verwendeten Plattform und dem eingesetzen Programm. Außerdem gibt noch einen weiteren Vorteil: die in .doc-Dateien gerne versteckten Macroviren werden in RTF-Dateien nicht übernommen.Das HTML-Format. Im Online-Zeitalter ist auch die Lingua Franka des Internet eine gute Lösung für Formatprobleme: HTML kann von den meisten Textprogrammen gelesen und gespeichert werden. Der Empfänger kann eine HTML-Datei entweder gleich im Internet-Browser öffnen oder zum weiteren Editieren eine Textverarbeitung einsetzen. Text mit Tab; Text mit Komma. Formate, die unformatierten Text speichern und den Inhalt jeder Zelle einer Tabelle mit einem Tab bzw. einem Komma vom vorherigen Zelleninhalt trennen. Diese Formate sind die einzige universelle Möglichkeit, Daten aus Excel oder aus Datenbanken für die Verwendung in anderen Programmen zu exportieren.PDF. Das PDF-Format von Adobe ist als Austauschformat im Grunde die ideale Lösung. PDF-Dateien können zwar nicht editiert werden, aber das ist im Geschäftsleben ja oft sogar ein Vorteil: wer möchte schon, dass der Empfänger eines Angebotes oder einer Rechnung im Word-Original die Preise editiert! Wer die Kosten für den Adobe Acrobat Distiller scheut, kann mithilfe der Shareware "PrintToPDF" aus jedem Programm heraus PDF-Dateien "drucken", die dann von jedem Computeranwender, völlig unabhängig von der eingesetzten Plattform geöffent und gedruckt werden können. Dabei bleiben auch Schriften und damit das Layout so erhalten, wie es erstellt wurde. pm

Bisherige Beiträge der Serie:

Erster Teil: Das Quasi-Monopol oder: Office und seine Vor- und Nachteile

Zweiter Teil: Apple Works - integrierte Lösung, serienmäßig

Dritter Teil: Für Privatanwender kostenlos - Ragtime 5.6

Vierter Teil: Thinkfree Office - Ein ambitionierter Newcomer

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