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Alternativen zu .Mac

17.11.2006 | 13:30 Uhr |

Was als kostenloser Service „iTools“ im Jahr 2000 begonnen hatte, ist seit dem Sommer 2002 kostenpflichtig. Wer die Jahresgebühr von 99 Euro in .Mac investiert, sollte sich überlegen, ob er alle Features wirklich braucht. Ansonsten stehen günstige Alternativen bereit.

Es muss nicht immer .Mac sein, außer Sie wollen unbedingt Photocasten
Vergrößern Es muss nicht immer .Mac sein, außer Sie wollen unbedingt Photocasten

Die Integration von Apples Internetdienst .Mac in das Betriebssystem ist nahezu unschlagbar, 99 Euro jährlich sind aber ein stattlicher Preis, wenn man lediglich Bookmarks, Adressen, Mail- und Kalenderdaten über das Netz abgleicht und stolz seine E-Mail-Adresse @mac.com nutzt. Mit dem Anfang 2006 vorgestellten iWeb, Teil von Apples Software-Paket für das digitale Leben iLife 06, hat .Mac an Attraktivität hinzugewonnen: Mit wenigen Klicks erstellte Websites lassen sich auf einen Knopfdruck auf der eigenen Webpräsenz auf den Apple-Servern publizieren, Änderungen sind fix eingearbeitet und aktualisiert. Wer von den technischen Hintergründen von Podcasts, RSS-Feeds und Blogs so wenig wie möglich wissen, aber mit eigenen Beiträgen mitreden, oder mit anderen Mac-Anwendern Daten bequem über die iDisk austauschen möchte, ist bei .Mac bestens aufgehoben und bekommt für seine Jahresgebühr auch noch eine Backupsoftware hinzu. Einzigartig ist sogar das Feature „Photocasting“, mit Hilfe von .Mac stellt man aus der eigenen iPhoto-Bibliothek anderen Nutzern von iPhoto oder RSS-Readern eine Auswahl von Bildern zur Verfügung, die man nach Belieben aktualisieren kann. Wer hingegen den Aufwand nicht scheut, etwas Software nachzuinstallieren oder beim Aktualisieren seiner Website kleine Umwege zu gehen, sollte sich nach Alternativen umsehen. Erwünschter Nebeneffekt: Deutliche Ersparnisse bei den Hostingkosten.

Im System integriert

iDisk und Synchronisation beruhen keineswegs auf proprietären Apple-Techniken. Auf WebDAV (Web-based Distributed Authoring and Versioning) oder SyncML (Synchronization Markup Language) bauen auch andere Anbieter Dienste auf, die Features ähnlich denen von .Mac bieten. Schön gelöst hat etwa die macnews.de Online Services GmbH die Integration ihres Diensts Macbay in Mac-OS X. Die ständig aktualisierte Software mSync installiert eine Systemeinstellung, die dem Anwender erlaubt, Synchronisationsjobs festzulegen oder die WebDAV-Disk zu verwalten. Die Preise für einen Macbay-Account beginnen bei 2,50 Euro im Monat oder 30 Euro jährlich, dafür bekommt man mit je 250 MB Platz auf der Disk und im Postfach nur halb so viel Speicher wie bei .Mac. Immerhin lässt sich Macbay auch mit insgesamt 10 GB Speicher beziehen, mit weiteren Features wie MySQL-Datenbank oder dem Open-Source-CMS Mambo und einer Lizenz für den einfach zu bedienenden Web-Editor Rapidweaver kostet das Top-Angebot Macbay.WEB rund 118 Euro im Jahr. Doch ist bei Apple zusätzlicher Platz auf dem Server deutlich teurer – maximal sind insgesamt 4 GB Speicher für weitere 99 Euro pro Jahr zu beziehen. Freilich, eine elegante Lösung wie iWeb haben weder Macbay noch andere Hoster im Angebot – die in iWeb erzielten Ergebnisse lassen sich jedoch auch in einem Ordner auf der Festplatte speichern und später mit einem FTP-Server zum Hoster hochladen, zudem bietet die Konkurrenz oft ähnlich bequeme Webpublishing-Software wie das erwähnte Rapidweaver an. Gewisse Funktionen, auf die erfahrenere Web-Publisher zurückgreifen, lässt iWeb ohnehin vermissen.

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