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Amazon feuert Sicherheitsdienst H.E.S.S.

18.02.2013 | 13:49 Uhr |

Amazon reagiert zumindest teilweise auf die negative Berichterstattung über die Arbeitsbedingungen beim weltgrößten Online-Versandhändler. Und hat den Vertrag mit dem umstrittenen Sicherheitsdienst Hensel European Security Services (H.E.S.S.) gekündigt, der die Amazon-Logistikzentren bewacht.

Amazon feuert Sicherheitsdienst H.E.S.S.
Vergrößern Amazon feuert Sicherheitsdienst H.E.S.S.

Letzte Woche erregte eine ARD-Reportage zu den Arbeitsbedingungen bei Amazon die Gemüter. Darin wurde unter anderem der von Amazon engagierte Sicherheitsdienst kritisiert. Der Sicherheitsdienst hat offenbar einen rechtsradikale Hintergrund und schüchtert die Leiharbeiter ein. Auch die Macher der ARD-Reportage bedrohte der Sicherheitsdienst.

Amazon zog nun die Konsequenzen und kündigte dem Sicherheitsdienst den Vertrag. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung in ihrer Online-Ausgabe. Konkret handelt es sich um den Sicherheitsdienst Hensel European Security Services (H.E.S.S.) aus Kassel. Amazon will die Zusammenarbeit mit H.E.S.S mit sofortiger Wirkung beendet haben.

Stellungnahme von Amazon

Wir fragten bei Amazon nach und baten um die Bestätigung der Kündigung des Vertrags mit H.E.S.S. Amazon reagierte prompt und schickte uns seine Stellungnahme:

"Amazon hat veranlasst, dass die Zusammenarbeit mit dem kritisierten Sicherheitsdienst mit sofortiger Wirkung beendet wird. Als verantwortungsvoller Arbeitgeber von rund 8.000 festangestellten Logistikmitarbeitern hat Amazon eine Null-Toleranz-Grenze für Diskriminierung und Einschüchterung – und wir erwarten das gleiche von allen Unternehmen, mit denen wir arbeiten."

Stellungnahme von H.E.S.S.

Hensel European Security Services hat auf seiner Webseite eine Stellungnahme veröffentlicht, in der sich H.E.S.S. als politisch und weltanschaulich neutrales Unternehmen“ bezeichnet. Weiter heißt es: „Wir distanzieren uns ausdrücklich von jeder Form von politischem Radikalismus, sowohl von Rechtsradikalismus, als auch von Linksradikalismus, als auch religiösem Fanatismus.“ Der Sicherheitsdienst würde „Mitarbeiter mit türkischen, polnischen, tschechischen oder russischen Wurzeln“ beschäftigen und könne deshalb nicht als rechtsradikal bezeichnet werden. Denn vollständigen Wortlaut der Presseerklärung von H.E.S.S. finden Sie hier.

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