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Amazon plant Musikdienst als iPod-Konkurrenz

16.02.2006 | 11:28 Uhr |

Amazon soll kurz vor dem Start eines eigenen Musikdienstes stehen. Den dazu passenden Player könnte Samsung liefern.

Amazon will als Konkurrenz zu Apples iTunes Music Store einen eigenen Musikdienst aufziehen. Das Unternehmen sei bereits in fortgeschrittenen Gesprächen mit den vier globalen Musikkonzernen Sony BMG, Warner Music, EMI und Universal Music, berichtete das Wall Street Journal am Donnerstag in seiner Onlineausgabe. Der neue Musikdienst solle sich durch eine Reihe von Besonderheiten von dem dominierenden iTMS abheben.

Dazu zählen nach Darstellung der Zeitung ein unter Amazons Marke offerierter Musikplayer, der für den weltgrößten Internet- Einzelhändler entwickelt und produziert werden könnte. Ein Abonnenten-Service würde starke Discounts für die Player gewähren und sie vorab mit Songs beladen, die Teil des Abo-Plans wären.

Der Dienst könnte nach Angaben der Zeitung bereits im Sommer anlaufen. Amazon habe zu dem Service keine Stellung genommen. Das Unternehmen hat nach Angaben des Wall Street Journal auch noch keine endgültigen Lizenzvereinbarungen mit den vier großen Musikkonzernen Universal Music Group, Sony BMG, einem Joint Venture von Sony und Bertelsmann, sowie der Warner Music Group und der EMI Group.

Amazon habe im vergangenen Jahr 70 Prozent seines Umsatzes mit dem Verkauf von CDs, DVDs und Büchern gemacht. Das Unternehmen müsse die Konsumenten halten, wenn sie zur digitalen Übermittlung der Produkte übergehen, betonte die Zeitung. Als wahrscheinlichster Produzent der Musikplayer sei die südkoreanische Samsung Electronics genannt worden.

Von einem möglichen Einstieg Amazons in das Geschäft mit Online-Musik weiß auch die Financial Times zu berichten, nennt jedoch Google als weiteren potentiellen Apple-Konkurrenten. Google sei in seinen Verhandlungen mit der Musikindustrioe und der Vorbereitung der Technik noch nicht so weit fortgeschritten wie Amazon, das schon in wenigen Monaten starten könne.

Der Gartner-Analyst Mike McGuire hält Musik-Stores von Google und Amazon für eine realistische Option, beide Häuser seien im Web große Marken "vielleicht sogar größer als Apple." Gleichwohl schwirrten Gerüchter dieser Art stets um erfolgreiche Internetfirmen, es sei nicht klar, ob diesmal die Spekulationen ins Schwarze träfen.

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