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Amerikanische Umweltorganisation rät von Apple-Produkten ab

09.05.2008 | 12:14 Uhr |

Schon wieder muss Apple den Schwarzen Peter einstecken: Nachdem sich Greenpeace gerade beruhigt hat und den Mac-Hersteller nicht mehr als schlimmsten Umweltsünder an den Pranger stellt, nimmt nun Climate Counts die Rolle des Anklägers ein.

So sehr man sich in Cupertino auch bemüht haben mag Schaden abzuwenden - der Ruf leidet weiter. Eine aktuellen Studie aus den USA, die die schlimmsten Verantwortlichen für den Klimawandel entlarven soll, kommt zu einem vernichtenden Urteil: Unter allen Hightech-Firmen bemüht sich Apple am wenigsten.

Al Gore, Amerikas Vorzeige-Umweltschützer und Nobelpreisträger, sitzt im Aufsichtsrat einer Firma, die von sich selbst sagt: "Der Umweltschutz hat oberste Priorität, wenn wir wertvolle natürliche Rohstoffe und ein intaktes Ökosystem unseres Planeten erhalten wollen." Und nachdem die Umweltorganisation Greenpeace auf die Barrikaden ging, ließ sich Apple-Chef Steve Jobs im vergangenen Jahr dazu bewegen, in einem offenen Brief an Kritiker auf Zukunftspläne seines Unternehmens einzugehen und sogar Umweltstandards kommender Produkte zu verraten - eine Ausnahme, wie er betonte. Dennoch fällt das Urteil von Climate Counts hart aus: Die Studie der US-amerikanischen Non-Profit-Organisation ruft Verbraucher dazu auf, Produkte klimafeindlicher Hersteller zu meiden. Im Falle Apple rät sie: "Eine Wahl, die der Klima-bewusste Verbraucher vermeiden sollte." Climate Counts wirft Apple vor allem vor, zu wenig Versprechungen für die Zukunft zu machen. Dass der Hersteller nicht über kommende Techniken redet, mag verständlich sein - Energiesparziele für die kommenden Jahre aber könnte er durchaus öffentlich machen. Darüber hinaus aber schneidet Apple vor allem auf Grund fehlender Offenheit schlecht ab: Der Hersteller misst seinen derzeitigen "ökologischen Fußabdruck" nicht oder macht ihn zumindest nicht zugänglich - er hält beispielsweise unter Verschluss, wieviel Energie er im Moment verbraucht, was er an Müll produziert und wie viel Kohlendioxid er freisetzt. Toshiba, Canon und an der Spitze IBM dokumentieren das laut der Studie deutlich besser. Über den Sinn der Studie von Climate Counts mag man streiten, ein Blick auf den Umwelt-Bereich von Apple.com aber zeigt: Hier schmückt sich Apple in der Tat vor allem mit den Lorbeeren vergangener Tage und weist auf die Geschichte des Unternehmens hin - aktuelle Zahlen und konkrete Pläne für die Zukunft sind rar. Die angeprangerten Versäumnisse werden dem Mac-Hersteller auch in der nächsten Greenpeace-Studie zum Verhängnis werden: Die Umweltorganisation, weiß MacGeneration , will die Problematik in ihrer Wertung berücksichtigen. Nicht zuletzt nach dem Erfolg von Al Gores Oscar-prämierten Film „Eine unbequeme Wahrheit“ ist die Wirkung einer solchen Studie in den USA nicht zu unterschätzen. Climate Counts jedenfalls ruft die Verbraucher zum Handeln auf: "Die schlechtesten Unternehmen [...] haben eben eine andere Ansicht darüber, was wirklich 'cool' ist..."

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