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Amiga feiert 18. Geburtstag

24.07.2003 | 12:34 Uhr |

Genau vor 18 Jahren - am 23. Juli 1985 - präsentierte Commodore den Amiga 1000 in New York erstmals der Öffentlichkeit. Darauf folgte eine beispiellose Geschichte mit Höhen aber auch vielen Tiefen.

Jay Miner war nicht nur einer der wichtigsten Männer bei Atari, welche die erfolgreiche Videospielkonsole VCS 2600 entwickelten. Jay Miner gilt auch als geistiger Vater des Amiga, Commodores 16-Bit-Multimedia-Computer. Eigentlich sollte der Amiga auch eine Konsole werden, nach der Übernahme der Marke "Amiga" durch Commodore musste Miners Team jedoch auf die Computer-Schiene wechseln.

Im ursprünglichen Amiga 1000 steckten 512 KB Arbeitsspeicher, ein 68000er-Prozessor von Motorola mit 7,14 MHz sowie die Spezial-Chips mit den malerischen Namen Agnus, Denise und Paula. Diese drei Bausteine kümmert sich um die damals einzigartige Videodarstellung (4096 Farben, bis zu 640x512 Bildpunkten Auflösung) sowie den 4-Kanal-Stereosound, erstmals durch digitale Samples realisiert. Allerdings hatte dieser Fortschritt seinen Preis: Rund 4000 Deutsche Mark waren für den Amiga 1000 fällig.

Obwohl das Betriebssystem "Amiga OS" mit grafischer Oberfläche eine kleine Revolution war, sah die Softwaresituation für den Amiga anfangs mehr als schlecht aus. Erst das Mal- und Animationsprogramm "Deluxe Paint" von Electronic Arts (heute einer der größten Spielehersteller der Welt) löste die vollmundigen Versprechen in Sachen "Multimedia" tatsächlich ein. Dazu gesellten sich professionelle Audioprogramme wie "Aegis Sonix", und der Amiga konnte sogar vereinzelt in Tonstudios direkt neben Ataris ST einen Platz für sich gewinnen.

Eine Freundin für alle

Später folgten die Modelle Amiga 2000 und Amiga 500. Beim 2000er stopfte Commodore die Amiga-Platine einfach in ein größeres Gehäuse und baute diverse Erweiterungsslots dazu. Per XT- oder AT-Karte konnte der Amiga sogar als vollwertiger IBM-kompatibler Personal Computer auftreten. Für den nicht so gut betuchten Anwender war der Amiga 500 gedacht. Während die Bauform an die zweite Gehäuseversion des C-64 erinnerte, tummelten sich im Inneren ein 3.5-Zoll-Diskettenlaufwerk sowie ein Expansions-Fach, um den 500er per Modul auf 1 MB Arbeitsspeicher aufzurüsten.

Ende der 80er ging der C-64 bedingt durch die massive Raubkopier-Szene schließlich zu Grunde, und die zahlreichen Spieleentwickler schwenkten auf den Amiga ein. Bis Mitte der 90er entstanden auf der 16-Bit-Plattform zahlreiche Kulthits, die oft heute noch Grundlage für Remakes sind. In gewisser Weise konnte der Amiga sogar von den damaligen Apple-Rechnern mit 68000er-CPU profitierenn - einige Apple-Spiele fanden kurze Zeit später in einer 1:1-Umsetzung den Weg zur Freundin (beispielsweise "Prince of Persia" oder auch "Shufflepuck Café").

Heute ist "Amiga" nur noch eine Marke, um die sich mehrere Firmen wie Escom Computer und Direktversender Gateway nach der Pleite von Commodore stritten. Inzwischen gibt es wieder einen lieferbaren "AmigaOne", der auf einem G4-PowerPC von Motorola basiert. Als Betriebssystem ist für diese Maschine eigentlich Amiga-OS 4.0 gedacht, allerdings kämpft das Entwicklerteam von Amiga Inc. derzeit mit massiven technischen sowie personellen Problemen. Bis die vierte Version des legendären Betriebssystems endlich erscheint, setzen die wenigen Käufer des AmigaOne auf die Alternativen "MorphOS" sowie "Linux".

Ob dieser bewegten Geschichte, die hier natürlich nur in Auszügen beschrieben ist, wünschen wir dem Amiga trotzdem:

Happy Birthday!

Infos für Nostalgiker: Homecomputer Museum

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