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"An Windows verzweifelt"

27.11.1998 | 00:00 Uhr |

Oliver Bierhof ist Stürmer in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, Deutschlands Fußballer des Jahres - und er ist seit einiger Zeit Mac-Anwender. In einem Exklusiv-Interview erzählt er Macwelt, warum er seinen geschenkten Windows-PC in die Ecke gestellt hat und nun mit einem Powerbook arbeitet. Ein Auszug:

Macwelt: Herr Bierhoff, nach zwei Wochen am Mac, wie klappt's denn?

Bierhoff: Ich bin zwar noch nicht viel zum Arbeiten gekommen, aber im Grunde klappt es ganz gut.

Macwelt: Sie haben zuvor auf einem Windows-Notebook gearbeitet, wie kam es zu dem Umstieg?

Bierhoff: Zu Apple hat mich meine Freundin überredet, so kam der Umstieg zustande. Die Mac-Menschen sind ja immer sehr stolz darauf, daß sie Mac-Menschen sind. Mir selbst waren die Vorteile vorher nicht so klar, aber nachdem ich angefangen habe, mich mit dem Mac zu beschäftigen, kann ich dem nur zustimmen....

Macwelt: Zwischen Mac- und PC-Anwendern herrscht ja immer eine gewisse Rivalität. Hat das bei Ihrer Entscheidung gestört?

Bierhoff: Früher war das ein ganz witziger Kampf. Ich hatte ja den IBM-Laptop geschenkt bekommen und habe immer gesagt, so groß ist der Unterschied zwischen Mac und PC nicht. Ich habe dann eine Weile auf dem Windows-Laptop gearbeitet und wollte einfach nur eine Adreßdatenbank für uns erstellen. An dem Teil bin ich schlicht verzweifelt und hatte irgendwann genug. Was mich nachdenklich gemacht hat, war, daß man keinen unzufriedenen Macintosh-Benutzer gefunden hat - die waren alle hellauf begeistert. Unzufriedene PC-Benutzer hat man doch ein paar gesehen. Nachdem dann Apple mit den schnellen G3-Prozessoren rauskam, war ich dabei.

Macwelt: Apple hatte ja in den letzten Jahren einige Tiefpunkte zu verkraften. Wenn Sie Apple-Chef Steve Jobs einen Rat geben könnten, wie würde der lauten?

Bierhoff: Ich bin ja nun kein Wirtschaftsboß, der dem Ratschläge geben kann. Aber nachdem ich einen Mac habe, verfolge ich das ein bißchen und habe die guten Zahlen von Apple aus der Presse erfahren. Das ist ja ganz witzig, wie das mit der öffentlichen Meinung geht. Ich selbst hatte bisher auch immer gedacht, der Mac sei gut für Grafiker, aber für Büroarbeiten und für zu Hause nicht zu gebrauchen. Stimmt nicht. Und der Irrglaube, daß der Mac immer noch das Doppelte kostet. Unsere beiden Powerbooks sind nicht teurer als vergleichbare Rechner mit Intel-Prozessoren, dafür aber schneller. Das müßte man den Leuten besser rüberbringen. Für mich war zuerst ein Hinderungsgrund, daß ich dachte, am Mac könne man keine Dateien von PCs übernehmen - stimmt auch nicht. Hier muß mehr Aufklärung geleistet werden.

Macwelt: Also rundum zufrieden mit dem Mac?

Bierhoff: Auf jeden Fall.

Das Interview führte Sebastian Hirsch. Das gesamte Interview können Sie in der Macwelt 1/99 nachlesen, die ab dem 2. Dezember am Kiosk ausliegt.

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