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Was dem Macbook Pro Retina fehlt

13.06.2012 | 11:30 Uhr |

Apple hat auf der WWDC einen Einblick gegeben, wie die Zukunft der Macbooks aussehen wird. Ethernet, DVD und andere gewohnte Funktionen fallen weg.

Das "Macbook Pro mit Retina-Bildschirm" – das ist tatsächlich Apples offizieller Name – ist schick, schlank und dabei dennoch sehr flott. Dazu kommt der bisher einmalige Bildschirm für ein Notebook. Auf der anderen Seite gibt es etliche Kröten, die Käufer des neuen Macbooks schlucken müssen. Der auffälligste Verzicht ist das Superdrive, was immerhin viel Platz für das schlankere Gehäuse geschaffen hat. Dies kann man gegen 80 Euro mit Apples USB-Superdrive ersetzen, was zumindest am Schreibtisch eine passable Lösung sein könnte.

Die weitere Streichliste beim neuen Zukunfts-Macbook ist dagegen lang und weniger auffällig. Ethernet-Netzwerkanschluss? Fehlt, ein Adapter auf Thunderbolt kostet 30 Euro. Die Firewire-Festplatte anschließen? Geht nicht, der Adapter kostet ebenfalls 30 Euro. Das neue Macbook am teuren LED Cinema Display oder einem älteren Macbook-Netzteil aufladen? Geht nicht, jetzt gibt es Magsafe 2, der Adapter ist mit zehn Euro immerhin noch günstig für Apples Zubehörpreise.

Den Arbeitsspeicher aufrüsten? Geht nicht, der ist fest verdrahtet. Den SSD-Speicher gegen eine größere Version austauschen? Geht ebenfalls nicht einfach so, Apple hat hier wie beim Macbook Air die Flash-Chips auf eine eigene Platine gelötet, die man nicht im normalen Handel bekommt. Hier wird es höchstens Upgrade-Kits von Drittherstellern geben, die teurer als Standard-SSDs sind und beim Einbau die Garantie ungültig machen könnten.

Vorbild für alle Macbooks

Nutzer mobiler Macs müssen sich damit anfreunden, dass Apple mit dem "Macbook Pro mit Retina-Bildschirm" die Zukunft des Macbooks vorgestellt hat. Apple ist hierbei besonders kompromisslos und macht das Macbook Retina wegen der großen SSD und des exotischen Bildschirms besonders teuer. In Zukunft werden die kleineren Geschwister aber viel beim neuen Modell abschauen: Das DVD-Laufwerk wird verschwinden, "antiquierte" Anschlüsse wie Ethernet fallen weg. Damit unterzieht Apple die mobilen Macs einer Modernisierungskur, die jedoch für einige Nutzer schmerzhaft sein könnte.

Denn nicht jeder hat ein WLAN-Netz am Arbeitsplatz, erst recht keine Thunderbolt- oder USB-3-Festplatte. Mac-Nutzer sind traditionell auf Firewire gepolt. Beide Anwendungsfälle erfordern je einen eigenen Adapter, was den Vorteil eines kompakten Arbeitstieres wieder relativiert – vor allem, wenn dann noch ein USB-Superdrive dazu kommt. Mittelfristig ist dies aber der Weg, den Apple mit den Laptops gehen wird: mehr Macbook Air.

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