1804324

Apple emanzipiert sich von Steve Jobs

26.07.2013 | 11:07 Uhr |

Apple lässt sich immer weniger von den Visionen seines verstorbenen Gründers Steve Jobs leiten und richtet sich mehr nach den Wünschen des Marktes – meint zumindest der Analyst Max Wolff von Greencrest Capital.

" Sie sind dabei, den Geist aus dem Konferenzraum des Vorstandes zu vertreiben: Sie fangen damit an, Sachen zu machen, die der Markt von ihnen verlangt und nichts, was jemand vom Geist Steve Jobs' eingeflüstert bekommen hat. " So äußert sich Wolff in einem Interview im US-Fernsehen. Steve Jobs habe beispielsweise  den 3,5-Zoll-Bildschirm der ersten iPhone-Generationen für perfekt gehalten und größeren Displays eine Absage erteilt. Apple hat  mittlerweile auf 4 Zoll erhöht und denkt angeblich sogar über Formate mit 4,7- und 5,7-Zoll-Displays nach. Ebenso hielt Steve Jobs 7-Zoll-Tablets für "dead on arrival". Apple hat ihn mit dem iPad Mini eines Besseren belehrt. Und noch ein Beispiel führt Wolff an: Jobs habe sich seit seiner Rückkehr zu Apple gegen Dividendenzahlungen gewehrt, sein Nachfolger als CEO Tim Cook hat vor einem Jahr ein entsprechendes Programm aufgelegt.

Ins gleiche Horn stößt Alex Gauna von JMP Securities: "Ich zweifle nicht, dass sie sich bei Apple oft gefragt haben 'Was würde Steve tun?' Ich denke aber nicht, dass diese Schatten ewig bleiben, da sich die Menschen verändern." Apple habe zudem nie eine über Jahre hinweg reichende von Steve Jobs konzipierte Produkt-Roadmap gehabt, die Welt der Technologie ändere sich zu schnell. Zudem hätten viele die Rolle von Steve Jobs bei Apple überschätzt. Er sei vor allem darin gut gewesen, als ein letzter Torwächter Produkte zu verhindern oder auf den Weg zu bringen. Dies falle nun weg, ein finaler Entscheider, der bei den unterschiedlichsten Teams den besten Ruf gehabt habe.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1804324