967368

Analysten: Andere Labels werden EMI in DRM-Strategie folgen

04.04.2007 | 12:38 Uhr |

Ab dem 1. Mai bietet EMI Musik über den iTunes Store ohne DRM an, weitere Labels werden dem Beispiel folgen, meinen Analysten.

Zwar hatten sich bisher weder Labels wie Warner Musik oder Sony BMG auf Anfrage von Macworld zu dem Fall geäußert, Roger Kay von Endpoint Technologies ist aber davon überzeugt, dass bald auch andere Label Musik ohne Kopierschutz verkaufen werden. Es sei gut, was EMI mache und werde die Konkurrenz "in die gleiche Richtung" drücken. EMI als kleinstes Label der großen vier sei vorangeprescht, weil es in seiner schwächeren Position am ehesten neue Wege suchen musste - die anderen großen könnten noch abwarten.

Michael Gartenberg von Jupiter Research glaubt jedoch nicht daran, lange auf das Entfernen von DRM bei den anderen Labels warten zu müssen. "Ich denke, dass es eher früher als später passiert." Mit EMI sei der erste Dominostein gefallen, dieser werde bald eine Reaktion auslösen. Im Februar hatte Warner-Chef Edgar Bronfman jedoch noch als Reaktion auf Steve Jobs "Gedanken zur Musik" mit Ablehnung reagiert und DRM als zukunftsfähiges Modell gepriesen.

Neue Freiheiten beim Musikdownload

Neue Freiheiten beim Online-Kauf von Musik verringerten nach Ansicht von Tim Bajarin von Creative Strategies die Anazahl illegaler Downloads. "Wenn den Leuten die Möglichkeit gibt, die Musik zu kaufen und überall hin zu kopieren wo sie wollen, werden sie darauf reagieren." Roger Kay stimmt dem zu und verweist auf die Frustrationen, die Downloads aus Tauschbörsen mit sich brächten: Lange Downloadzeiten, geringe Qualität und die Gefahr, sich Malware einzufangen. Die Piraterie lasse sich aber nicht völlig stoppen, meint Bjarin. Der Apple-EMI-Deal biete den Musikfans jedoch neue Bequemlichkeit und Flexibilität. Laut Roger Kay steigere das fehlen von DRM unter Künstlern die Attraktivität des Labels EMI, was diesem Zulauf bescheren könnte.

Real Networks und eMusic begrüßen EMI-Deal

Zunächst wird Apples iTunes Store von EMIs Entscheidung profitieren, Musik ohne Kopierschutzmechanismen zu verkaufen, aber auch andere Musikanbieter dürfen sich auf den DRM-freien Katalog von EMI einrichten. Real-Networks-Chef Rob Glaser begrüßt so die Entscheidung der Plattenfirma: "Das ist ein wichtiger Schritt für das Online-Musikgeschäf. Das bringt uns dem Tag nahe, an dem Musikliebhaber Songs bei Rhapsody einkaufen und dann auf ihrem iPod abspielen können." Auch David Pakman, CEO von eMusic, lobt die Entscheidung. "Das ist ein großer Gewinn für Verbraucher. Digitale Retailer haben nun ein Produkt, das ihre Kunden wirklich wollen, weil es große Flexibilität und hohe Qualität bietet." Als "Zukunft des digitalen Entertainments" lobt gar der Vorsitzende der Verbraucherorganisation Consumer Electronics Association (CEA) Gary Shapiro die Vereinbarung.

0 Kommentare zu diesem Artikel
967368