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Analysten: Kein Ende des iPod-Booms in Sicht

12.04.2007 | 15:51 Uhr |

100 Millionen iPods in fünf Jahren: Statistisch gesehen hat sich jeder 65. Erdenbürger im Takt von etwa 1,7 Sekunden ein Modell gekauft. Am Ostermontag hat Apple stolz diesen Erfolg verkündet, doch was rekordverdächtig klingt, ist es noch nicht ganz.

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© Apple

Das analoge Gegenstück zu Apples MP3-Player, der Sony Walkman, hat sich rund 350 Millionen Mal verkauft, bis das Interesse Mitte der 90er Jahre verebbte. Apples digitaler Walkman, so glauben Analysten, werde sich über 500 Millionen Mal verkaufen - vielleicht zeigt dann der Markt erste Sättigungserscheinungen.

Im Herbst 2001 stellte Apple das erste Modell vor - und erntete von den meisten Beobachtern nur Kopfschütteln: ein Player mit 5-GB-Festplatte, der 1000 Songs fasst, aber nur mit Macs zusammenarbeitete. Ein teures Weihnachtsgeschenk obendrein: 399 US-Dollar kostete das erste Gerät, im Frühling 2002 folgte ein zweites Modell mit doppelt so viel Kapazität für 100 Dollar mehr. Fünf Jahre später hat Cupertino alle Zweifler Lügen gestraft: Längst gibt es ein iPod-Ecosystem, an dem nicht nur Cupertino mit Kaufmusik und -Videos aus dem iTunes Store verdient, sondern auch die Zubehörindustrie. iPods gibt es für jeden Geldbeutel - und die statusträchtigen weißen Ohrhörer werden längst von anderen Anbietern kopiert. Brauchte Apple für die erste Million verkaufter Geräte noch fast zwei Jahre, hat der Hersteller im vergangenen Weihnachtsquartal über 21 Millionen Exemplare verkauft, 12 Millionen weitere bis Ostern.  

Jeder vierte US-Teenager spart aufs iPhone

Für die einst so skeptischen Marktbeobachter ist nun die 100-Millionen-Marke bloß ein Zwischenstopp und mittlerweile verstehen sie auch Apples Strategie vom "digital hub", dem Computer als Steuerzentrale für den digitalen Alltag und dem iPod als tragbares Endgerät hierfür. Längst kann der iPod mehr als bloß Musik abspielen: Er zeigt auch digitale Fotos, Videos und Spielfilme auf dem eigenen Display oder dem eines Fernsehers an. Mit dem richtigen Zubehör kann der iPod auch aufnehmen und abtauchen - und demnächst telefonieren. Das im Januar angekündigte iPhone wird voraussichtlich im Frühsommer auf den US-amerikanischen Markt kommen, bis Jahresende soll auch eine europäische Version erscheinen. Trotz des hohen Preises von rund 500 US-Dollar mit Vertragsbindung beim US-Provider Cingular spart schon jeder vierte Teenager in den vereinigten Staaten auf Apples iPod-Handy, hat eine Piper-Jaffray-Erhebung ergeben. Citigroup-Analyst Richard Gartner etwa geht von einem UMTS-fähigen iPhone noch in der ersten Hälfte kommenden Jahres aus und vermutet neben neuen iPod nano-Modellen mit 12 bis 16 GB Kapazität zu 249 US-Dollar im Herbst dieses auch einen neuen iPod video in der Preisklasse bis 400 Dollar, dann in der sechsten Generation und mit demselben innovativen Touchscreen ausgestattet wie das iPhone. Für das Bankhaus Credit Suisse ist die Apple-Aktie unterbewertet, Analyst R. Semple setzt das Preisziel für AAPL auf 120 US-Dollar herauf.  

500 Millionen iPods sollten machbar sein

Ganz so optimistisch wie der Analystenkollege zeigt sich Ingrid Ebling von JMP Securities nicht, sie sieht als Preisziel für die Apple-Aktie weiterhin 100 Dollar an. Ein Ende des iPod-Erfolges hingegen sieht sie vorerst hingegen nicht: Eine halbe Milliarde Player werde Apple unter die Leute bringen und damit den Erfolg des Sony Walkman deutlich übertrumpfen. Der ist in den 80er und 90er Jahren - des vergangenen Jahunderts - rund 350 Millionen Mal verkauft worden, die zahlreichen Modelle der Mitbewerber nicht mitgerechnet. Der Markt für den Walkman des 21. Jahrhunderts sei längst noch nicht gesättigt, so Ebeling. Das Marktpotenzial von Apple TV, dem "iPod für das Wohnzimmer" sei noch völlig unterschätzt, das Gerät hat im Gegensatz zum iPhone keine vergleichbaren Mitbewerber und werde sich zum Verkaufsschlager entwickeln.

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